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Ultraleicht Trekking

Suche passendes Schlafsystem für ein wenig speziellen Anwendungsbereich


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Geschrieben (bearbeitet)

Hallo liebe Ultralight-Comunity,

ich bin momentan mein Leben am minimalisieren, sodass ich Ende des Jahres nur noch aus einem größeren Koffer leben kann.

Jetzt sind meine Schlafsysteme dran überarbeitet zu werden, da diese ja doch schon einiges an Platz einnehmen.

Momentan benutze ich ein Tarptent Protrail (was definitiv weg kommt) und für den Winter ein Black Diamond Big Wall Hooped Bivy, bei dem ich mir noch nicht sicher bin, ob ich da nicht vielleicht etwas besseres finde für mich.

Zu mir: Wenns wärmer ist, reise ich sehr gerne und auch sehr viel. Wenn ich nicht gerade Zeit in Hostels verbringe und in Städten unterwegs bin, dann verbringe ich des öfteren mal ein oder zwei Nächte in alten Gebäuden, auf Dächern, in Parks oder Ähnliches. In den Sommertagen dann meist auch einfaches cowboy camping irgendwo. Wobei ich davon eigentlich auch wegkommen möchte, da einem Mücken und Ungeziefer doch schon sehr nerven können. :) 

In der Winterzeit, bzw. wenn es kälter wird, bin ich dann meist mit meinem BD Bivy unterwegs. Eigentlich habe ich mit dem Bivy nichts zu beklagen, außer ein wenig Kondensation und Wärmebildung. Aber dafür ist es eben 100% Wasserdicht.

Was ich nebenbei noch benutze ist eine Neoair Xtherm in Large. (Jedes Mal aufblasen ist auch sehr nervig. Evtl. steige ich da auch noch um. Habe mir Rückenschlaf antrainiert.)

Und ein EE Quilt (-20°F) für kalte Tage, sowie ein einfaches Seideninlet für wärmere Tage.

Größere Ziele von mir: Evtl. nächstes Jahr den PCT.

 

So nun zu meinem Projekt.

 

Ich kenne mich mit Sheltern leider sonst gar nicht aus und würde mich freuen, wenn ich dort von euch etwas Hilfestellung erhalten könnte. Preislich ist erstmal alles drin, wenn es sich denn lohnt.

- Sollte ich das BD Bivy behalten und mir für den Sommer einfach nochmal ein leichtes Bivy holen? Wobei ich Angst um Ventilation habe.

- Vielleicht komplett auf ein Tarp mit einfachem Bivy dadrunter umsteigen als Sommer- und Winter Alternative? (Habe bei Tarps wirklich Null Erfahrung...Trekking Poles benutze ich nicht)

 

Über Antworten würde ich mich unheimlich freuen. :) Finde das Forum hier richtig richtig geil!! :D:) 

Bearbeitet von Gast
Geschrieben

Ich würde für diesen Anwendungsbereich ein Tarp mit Bivy-Setup vorschlagen.
Ich finde es von der Flexibilität kaum zu schlagen. 
 

Das Tarp nimmt man wenn man den Regenschutz braucht, der Bivy dient als Wind- / Mücken- / Zecken- und Spritzschutz.

 

Beides erfüllt seinen Zweck sehr gut bei niedrigem Gewicht und kann je nach Situation kombiniert werden.

 

Ich benutze dieses Setup:

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Das ist ein MLD Grace Tarp aus 0.5er Cuben, wiegt mit Schnüren und Heringen 203g

Der Bivy ist ein Borahgear SideZipBivy und wiegt 160g

Auf dem Bild ist das Tarp mit Trekkingstöcken aufgebaut, für dich sind Tarp-Stangen aber sinnvoller,
Meine Super-robusten Pole-A-Bear Carbon Poles wiegen 43g(70cm) und 66g(100cm).

Damit kommst du auf insgesamt 472g

Wenn du Rückenschläfer bist würde ich dir auf jeden Fall Evazote als Isomatte empfehlen.
Im Sommer reichen evtl 5mm, im Winter auf jeden Fall Dicker.

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Domehoe:

ich bin momentan mein Leben am minimalisieren, sodass ich Ende des Jahres nur noch aus einem größeren Koffer leben kann.

Das würde mich allerdings interessieren, vielleicht magst du uns ja mehr dazu erzählen!?

Geschrieben

Hallo lieber Basti,

danke für deine ausführliche Antwort. Dein Setup hört sich wirklich super an! :) Ich denke, dass werde ich auch so handhaben mit der BivyTarp Combo.

Vor allem dein Bivy gefällt mir sehr gut. Muss toll sein, mit soviel atmungsaktiven Material um den Kopfbereich herum zu schlafen!

 

Zu meinem minimalistischen Lebensstil was ich anstrebe, erzähle ich dir gerne mehr.

Der Grundgedanke von Minimalismus ist vor allem dieser, sich von überflüssigen Dingen im Leben zu trennen. Eine möglichst objektive Wahrnehmung. Hier ein ganz gutes Video zu dem Ganzen, wie ich finde.

...Umso weniger Dinge die du in deinem Besitz hast, umso weniger Sorgen musst du dir um Dinge machen. Beispiel: Kaufe ich mir ein teures Auto, um dass ich mich kümmere und behüte wie ein kleines Baby...oder reicht mir nicht auch die alte Rostlaube vom Nachbarn, welches er gerne verkaufen möchte, um von a nach b zu kommen. Vielleicht kannst du ja auch mit dir vereinbaren gar kein Auto zu haben. :) ...Genauso kann man das aber auch auf die kleinen Dinge im Leben anwenden, wie seine alten Hochzeits- und Urlaubsfoto mal endlich alle einzuscannen, damit man diese nicht alle paar Monate entstauben muss. Die Liste kann man (leider) sehr lang weiterführen. Wobei das natürlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist. Ich selbst bin momentan dabei, alle meine Möbel zu verkaufen bzw. zu spenden. Mein Fernseher, Computer oder die Spiegelreflex ist bereits weg. Auch meine Klamotten habe ich schon ordentlich ausgemistet.

Weißt du, unsere Konsumgesellschaft macht es uns wirklich nicht leicht, sich auf das wesentliche im Leben zu konzentrieren, aber genau darauf kommt es doch an im Leben. Ums glücklich sein. Ich habe den Entschluss gefasst, nicht das typische Haus,Baum,Kind-Leben anzustreben, sondern genau das zu machen, wodrauf ich Lust habe. :) Und das ist momentan einfach vor allem Reisen und Menschen unterschiedlicher Kulturen kennenzulernen und neue Freundschaften zu schließen.

Ein ganz toller Schriftsteller hat mal geschrieben: In the end, you won't remember the time you spent working in the office or mowing your lawn. Climb that goddamn mountain.

Ich kann dir auch ganz herzlich das Forum minimalisten.org empfehlen für weitere Einblicke.

Liebe Grüße,

Dome

Geschrieben

Danke @Dome für die Erklärung.

Der Bivy ist wirklich toll, bereue bisher nicht den kauf.
Nur manchmal, wenn der Wind ständig dreht, kann es sein dass vorne (an der großen Öfnnung des Tarps) ein wenig spray reinkommt dass dann durch das Moskitonetz am Kopf kommt. Dafür werde ich mir noch ein Beak aus Cuben basteln. Warte nur drauf dass es bei extremtextil wieder lieferbar ist. Das wird nur ein paar gramm wiegen und den Wetterschutz noch weiter verbessern.

Geschrieben

Gerne. Mir fällt gerade auf, dass das obige Video vielleicht doch nicht so das beste Video ist, um ein minimalistisches Leben klar zu definieren. :) Verzeihung! Es geht darin eigentlich mehr um zero waste. Der gute Alex Honnold, der vor kurzem den El Capitan gefreclimbed ist, wohnt z.B. in seinem Van seit einiger Zeit.

 

Zum Tarp: Das werde ich machen! http://www.extremtextil.de Du meinst diese Seite dann wohl! :) richtig?

Geschrieben

Genau die Seite meine ich, zur Zeit ist nur kein Cuben verfügbar, aber es kommt in ca 2 wochen wieder rein.

Übrigens ist Alex Honnold total verrückt, wenn auch positiv verrückt! ;-)

Geschrieben

Eigentlich hat @basti78 schon alles gesagt, die Kombi aus Tarp und Bivi ist auch für mich die ideale Kombi, die funzt im Sommer bei tollem Wetter genau so wie im Gewitter und um Winter im Schnee, weiß ich aus eigener Erfahrung. Nur bevorzuge ich als Tarpmaterial Silnlon statt Cuben und als Bivi eines was auch am Kopf geschlossen werden kann (natürlich mit zusätzlichem Mückennetz), entweder als Obermaterial ein ganz leichtes kalandriertes Nylon oder, für wiedrigeres Wetter, ein Membranstoff. Gibts ja auch alles bei Extex.

@Domehoe, Dein Minimalisierungsprojekt, da bin ich ganz bei Dir, sobald ich in Rente bin (vielleicht auch vorher) werde ich sicher entweder auf einen Campingplatz oder in einen Transporter ziehen als "Basislager", aber auch meine jetzige Wohnung ist bereits "extrem leer" ;-) 

Geschrieben

@TappsiTörtel Das ist wirklich ein tolles Ziel! *Träum* Es gibt ja auch Möglichkeiten kleine Häuser zu bauen für nen Appel und nen Ei wenn man stationär leben möchte. :) Fundament aus alten Reifen...und was es nicht alles gibt. Hehe 

Geschrieben

Ich benutze das Snugpack Special Forces System. In Kombination mit einem leichten zivilen Nachbau (MFH) des Bundeswehrponchos. Auf Bundeswehr Faltmatte.

Das ist bis 0*C (mit Kälteschutzkleidung im SF1) leicht und unverwüstlich, da es sich alles (bis auf den Poncho) um echtes Militärmaterial handelt. Der SF2 Winterschlafsack ist dagegen eben schwer. Isomaterial, das unverwüstlich ist, wiegt eben. Man benötigt also für den Sommer ein Depot. Das hat man aber sowieso meistens.

Denn wer schleppt schon seine Winterklamotten vollständig im Sommer rum. Allerdings ist das Material von Decathlon so billig, dass man es jeden Herbst neu kaufen könnte. Am Bahnhof jeder größeren Stadt finden sich ja dankbare Abnehmer von überzähliger Winterkleidung.

Am SF Bivi schätze ich den Reißverschluss, man kann ihn bei Hitze offen lassen. Und das olivgrüne Ding ist im Wald unsichtbar.

Mein Zeug ist hier in diesem Fall nicht UL, aber eben leicht, kompakt und unverwüstlich. Ich benutze es aber 365 Tage im Jahr, was natürlich einfache Wäsche der Schlafsäcke in der Waschmaschine voraussetzt. Das sind andere Anforderungen an Schlafsäcke, als bei vielen hier im Forum.

Wenn man beim restlichen Material aber radikal vorgeht, kann man sein gesamtes Eigentum (mit allen angezogenen Winterklamotten) auf 80 Liter Gesamtvolumen reduzieren.

Ich mache das quasi. (Wenn ich auch noch ein zweites, anders Leben daneben habe)

Wenn es Dich interessiert, kann ich Dir gern mal mein Gesamt-System erläutern. Es scheint Deinen Ideen recht nahe zu kommen.

Geschrieben

Sorry, Stichwort lawn mowing - manchmal erinnert man sich doch:

http://globalnews.ca/news/3501755/alberta-man-who-mowed-lawn-with-tornado-behind-him-was-keeping-an-eye-on-it/

Und Honnold: der lebt ja vermutlich oft oder fast nur auf Campingplätzen und zwischendrin in San Francisco eine Wohnung zu unterhalten ist wohl eher unnötig teuer. Dazu fährt man immer da hin, wo es gerade warm ist. Er könnte auch einfach zelten oder in ein Auto umziehen. Wir sehen uns im Camping-Thread. :-D

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