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Ultraleicht Trekking

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Geschrieben

Huhu,

ich habe mich gerade gefragt, wie ihr das macht, wenn ihr die Rollenbreite von Stoffen richtig nutzen wollt.

Ich möchte mir bald ein Tarp in Größenordnung des MLD Grace Tarp Solo aus dem Ripstop-Nylon hier nähen (Rollenbreite: 150cm).  Es ist ja grob 270cm x 210cm (Länge x Breite) groß. Würdet ihr trotzdem ca. 6 laufende Meter Stoff verarbeiten? Dabei hat man ja total viel Verschnitt?

Könnte man auch die Naht orthogonal zur Firstlinie setzen oder verringert das die Haltbarkeit, da die Naht in der größten Belastungsrichtung dann "aufgezogen" wird oder wird so der Aufbau unschön. Weiß noch nicht ganz, ob ich Kurven a la Cat-Cut mit reinschneide, aber das stelle ich mir dann auch eher unpraktisch vor.

Liebe Grüße

Geschrieben

Das Problem bei Tarps in diesen Maßen ist leider immer, dass man zwangsweise viel Verschnitt produziert. Wenn man es richtig anordnet lässt sich vielleicht ein Laufmeter sparen, viel mehr nicht. Das Problem mit der quer verlaufenden Naht hast du schon richtig erkannt, das hat schon einen Grund, dass man das nirgends sieht..

Bei so flexiblem Material wie dem 36g Nylon würde ich einen starken Cat-Cut nehmen, da das ziemlich durchhängen kann (2-3cm pro Meter Naht). Wenn du wenig Verschnitt möchtest, kannst du dich mal an sowas versuchen.

schöne Grüße
Micha

14212km

Geschrieben

Hej, cool, dass doch mal jemand antwortet. ;) Dank dir. Dein Quick-and-Dirty-Tarp wird mein erstes Nähprojekt. :)

Danach möchte ich mir aber einen etwas  regensicheren Unterschlupf nähen. Dachte, gerade weil sich das Silnylon so dehnt, brauch man keinen Cat-Cut?

Grüße

Geschrieben

Genau anders herum. Bei Material, dass sich wenig dehnt (zB Cuben oder Schikara) reicht in minimaler Cat-Cut um es super stramm aufbauen zu können, bei dehnbareren Stoffen macht mehr Cat-Cut Sinn. Im Prinzip schneidet man damit ja nur das überflüssige Material heraus, dass ansonsten durchhängen bzw Falten bilden würde. Weniger flexible Stoffe hängen von vorn herein schon weniger durch und brauchen entsprechend weniger Cat-Cut. Feuchtigkeitsaufnahme würde ich auch noch in Betracht ziehen, was bei Silnylon ja sehr starkt ist. Im Gegensatz zu Polyester nimmt Nylon viel Feuchtigkeit auf und dehnt sich dabei zusätzlich zu seiner Flexibilität.

14212km

Geschrieben (bearbeitet)
vor 7 Minuten schrieb micha90:

Genau anders herum. Bei Material, dass sich wenig dehnt (zB Cuben oder Schikara) reicht in minimaler Cat-Cut um es super stramm aufbauen zu können, bei dehnbareren Stoffen macht mehr Cat-Cut Sinn. Im Prinzip schneidet man damit ja nur das überflüssige Material heraus, dass ansonsten durchhängen bzw Falten bilden würde. Weniger flexible Stoffe hängen von vorn herein schon weniger durch und brauchen entsprechend weniger Cat-Cut. Feuchtigkeitsaufnahme würde ich auch noch in Betracht ziehen, was bei Silnylon ja sehr starkt ist. Im Gegensatz zu Polyester nimmt Nylon viel Feuchtigkeit auf und dehnt sich dabei zusätzlich zu seiner Flexibilität.

Da bin ich aber komplett anderer Meinung bzgl der Kettenlinien und habe auch komplett andere Erfahrungen gemacht! 

Ich habe kürzlich erst ein 290 x 220 cm Tarp aus Silpoly ohne Kettenlinien genäht, das Ding ist ein labbriges Fähnchen im Wind!

Bearbeitet von Andreas K.

“Wer ans Ziel kommen will, kann mit der Postkutsche fahren, aber wer richtig reisen will, soll zu Fuß gehen."
(Jean-Jacques Rousseau)

Waldschneider auf Flickr

Geschrieben

Das deckt sich doch mit meiner Ausage :o Silpoly ist sehr flexibel (auch wenn es sich bei Nässe nicht dehnt) weshalb ein ordentlicher Cat-Cut Sinn macht!

14212km

Geschrieben (bearbeitet)
vor 12 Minuten schrieb micha90:

Das deckt sich doch mit meiner Ausage :o Silpoly ist sehr flexibel (auch wenn es sich bei Nässe nicht dehnt) weshalb ein ordentlicher Cat-Cut Sinn macht!

Eben nicht! In die entscheidenden Richtungen, nämlich längs und quer zur Webung ist es absolut unflexibel. Das kann die diagonale Dehnung nicht ausgleichen. 

Bei in alle Richtungen dehnbaren Materialien, wie z.b Silnylon, entsteht durch die Dehnung automatisch eine Kettenlinie. Um genauer zu werden: Das Tarp dehnt sich an den Stresspunkten (= Apspannpunkte) mehr als in der Flachenmitte. Sprich der Fläche selbst verhält sich träger als die Flachenbegrenzung. Dadurch zieht es die Ecken weiter nach aussen und die Kanten gleichen einem Bogen. Verständlicher kann ich das jetzt leider nicht erklären. 

 

Nachtrag:

Das hat damit zu tun, dass sich bei flexiblen Materialien die Webung dreidimensional verziehen kann. Bei steifen Materialien geht das eben nicht. 

Spann mal ein flexibles Gummiband und zum Vergleich einen relativ steifes Gurtband. Das Gummiband wird sich straffer anfühlen. 

Bearbeitet von Andreas K.

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Waldschneider auf Flickr

Geschrieben (bearbeitet)

Meine Erfahrungen gehen auch in die Richtung von Andreas:

Dehnbare Stoffe, wie Nylon brauchen wenig, bis keinen CatCut, je nach Zuchnitt/Ripstopfadenverlauf. Bei einem Rechecktarp würde ich hier gar keinen CatCut machen. Die Verteilung der Spannung übernimmt hier die große Diagonaldehnung. Wenn man die Ecken abspannt, zieht man diese nach außen und es entstehen von alleine Kettenlinien an den Kanten. In Richtung der Ripstopfäden ist dei Dehnung geringer, wodurch sich die Mitten der Kanten weniger nach außen dehnen. 

Bei wenig dehnbaren Stoffen ist ist der Effekt genau anders herum. Wenn man die Ecken abspannt, spannen sich die Kanten, aber die Flächenmitte nicht.

mfg
der Ray

 

OT: Edith sagt: Andi war schneller.

Bearbeitet von derray

"The greatest threat to the planet 
is the belief someone else will take care of it"
  Robert Swan

Geschrieben (bearbeitet)

Ich habe gerade das Gefühl, dass wir aneinander vorbei reden :o

Du sagst doch das Silpoly Tarp ohne Kettenlinie hängt schlaff da und lässt sich schlecht spannen, oder? Ich würde sagen, dass das eine Kettenlinie wunderbar beheben würde, weil damit eben auch der diagonalen Dehnung bzw der fehlenden Dehnung Schuss- und Kettenrichtung entgegengewirkt wird, die das Tarp überhaupt erst so da hängen lässt. Wenn ich mein Cuben Tarp (flach, rechteckig, ohne Cat-Cut) aufspanne steht das nahezu faltenfrei und nichts hängt durch.

Bearbeitet von micha90

14212km

Geschrieben

@ nassersand: Das Grace Tarp wird ja zum Fußende schmaler. Wenn du einen Stoff verwendest, der auf beiden Seiten gleich beschichtet ist, kannst du eine Tarphälfte drehen und beide Hälften neben einander schieben. Wenn du dann die gleiche Länge wie beim Grace (2,7m) erreichen willst könntest du mit vielleicht 3,5 bis 4 lfm  hinkommen. Einfach mal in einem Zeichenprogramm, oder maßstabsgetreu auf einem Zettel aufzeichnen.

mfg
der Ray

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Geschrieben
vor 1 Minute schrieb micha90:

Ich habe gerade das Gefühl, dass wir aneinander vorbei reden :o

Du sagst doch das Silpoly Tarp ohne Kettenlinie hängt schlaff da und lässt sich schlecht spannen, oder? Ich würde sagen, dass das eine Kettenlinie wunderbar beheben würde, weil damit eben auch der diagonale Dehnung entgegengewirkt wird, die das Tarp überhaupt erst so da hängen lässt. Wenn ich mein Cuben Tarp (flach, rechteckig, ohne Cat-Cut) aufspanne steht das nahezu faltenfrei und nichts hängt durch.

Ja, das Silpoly ist dehnbar. Aber nur in diagonaler Richtung, und die ist erst einmal irrelevant. Cuben hat ja auch eine leichte Diagonaldehnung.

Längs und quer zur Webrichtung, also in Ketten- und Schußrichtung sind sowohl Silploy als auch Cuben absolut unflexibel, das ist entscheidend, und deshalb braucht es den Cat-cut. 

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Geschrieben

Da habe ich ja etwas angefangen... :o

 

vor 24 Minuten schrieb derray:

@ nassersand: Das Grace Tarp wird ja zum Fußende schmaler. Wenn du einen Stoff verwendest, der auf beiden Seiten gleich beschichtet ist, kannst du eine Tarphälfte drehen und beide Hälften neben einander schieben. Wenn du dann die gleiche Länge wie beim Grace (2,7m) erreichen willst könntest du mit vielleicht 3,5 bis 4 lfm  hinkommen. Einfach mal in einem Zeichenprogramm, oder maßstabsgetreu auf einem Zettel aufzeichnen.

mfg
der Ray

Das hat mir doch etwas geholfen. Vielleicht kann ich damit wirklich was sparen. Sind bei dem Stoff die Seiten gleich? Im Allgemeinen gilt: die glatte Seite nach innen, richtig?

Geschrieben

Steht doch im Text :

Zitat

Eigenschaften: beidseitige, glatte Silikon-Beschichtung (insgesamt 2 Lagen), 20 Denier Ripstop-Nylon (Ripstop-Abstand ca. 2 mm)

 

“Wer ans Ziel kommen will, kann mit der Postkutsche fahren, aber wer richtig reisen will, soll zu Fuß gehen."
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Waldschneider auf Flickr

Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb nassersand:

Da habe ich ja etwas angefangen... :o

 

Das hat mir doch etwas geholfen. Vielleicht kann ich damit wirklich was sparen. Sind bei dem Stoff die Seiten gleich? Im Allgemeinen gilt: die glatte Seite nach innen, richtig?

zum Stoff sparen:

ich habe Cuben Tarp in deiner Größe quer geklebt (Kapp), was soll ich sagen hält seit 3 Jahren (bei mir ist das sehr viel)

ist halt nicht so elegant, es kommt auf die Verbindung an

lg

Geschrieben (bearbeitet)
vor 42 Minuten schrieb nassersand:

Sind bei dem Stoff die Seiten gleich? Im Allgemeinen gilt: die glatte Seite nach innen, richtig?

Bei dem Stoff sind beide Seiten gleich.

mfg
der Ray

Bearbeitet von derray

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  Robert Swan

Geschrieben

Ich habe heute erstmal das schnelle und dreckige Tarp von Micha genäht. Aber noch keine Schlaufen dran. Das Ripsband eignet sich wirklich zum Abspannen und ist haltbar genug?

Ich bedanke mich schon mal für eure Hilfe. Fotos macht der frischgebackene stolze Tarpnäher wenn es steht. :)

Geschrieben

Habe mit dem 36 g Si-Nylon mehrere, kleinere Tarps genaeht, dehnt sich zurecht :-D braucht keinen Cat-Cut o.A.
Eck / Abspann-Verstaerkungen aus ca doppelt so dickem Stoff, je nach dem, wo ich gerade Reste ueber hatte, 65 g Poly oder Si-Nylon.
Abspannschlaufen aus 10 mm Gurtband.
Bei mir hat es immer gepasst, dass entweder eine Bahn breit genug war, oder 2 ohne allzuviel Verschnitt., ich bau alle Tarps mit Firstschnur auf, da wuerde ich ohne zu zoegern, auch mal quer eine Doppel-Kappnaht naehen, wenn es zu deutlich weniger Verschnitt fuehrt.

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