howtnted Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 Servus Nachdem ich tage lang an meinem Myog Tipi gesessen habe, habe ich beim ersten Aufbau festgestellt, dass sich beim Abspannen die Nähte verziehen.Die Stoffbahnen sehen alle sehr gut aus, aber manche Nähte kräuseln sich, sobald sie gespannt werden. Ich habe auf ODS gelesen, dass es wichtig ist auf den Verlauf der Ripstopfäden zu achten. Dabei gab es aber zwei verschiedene Meinungen. Zum einen sollten die Ripstopfäden parallel zur Naht laufen. Ein anderer meinte, da die Naht eh mehrfach Lagen von Stoff sind und diese vernäht sind, verschiebt sich da nicht mehr viel. Die zweite Variante kam mir sehr sinnvoll vor.Hier kurze Probereihe. Ich ärgere mich gerade, dass ich das nicht davor gemacht habe Beide Nähte sehen ohne Spannung identisch ausParallele Ripstopfäden zur Naht unter SpannungRipstopfäden verlaufen symmetrisch durch die Stoffbahn, aber bei der Naht sind sie diagonal. Naht unter SpannungNun habe ich ein wenig getestet und das Ergebnis ist eindeutig. Wenn man die Naht parallel zu den Ripstopfäden setzt, dann verzieht sich in der Naht nichts und wäre somit für mich in Zukunft die bessere Wahl.Nur was passiert mit dem Stoff, wenn die Ripstopfäden asymmetrisch diagonal verlaufen? Hängt dieser dann trotz CatCut durch?Was habt ihr für Erfahrungen dabei gemacht?lg, hotte howtnted.blogspot.de
LotteBepunkt Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 Das Phänomän hat erst mal nichts mit dem Ripstop zu tun, sondern tritt bei allen (nicht elastischen) gewebten Stoffen auf. Ein Stoff hat drei "Richtungen": im Fadenlauf (also parallel zur Webkante), quer zum Fadenlauf und schräg zum Fadenlauf. Und die Dehbarkeit ist jeweils unterschiedlich. Im Fadenlauf ist die Dehnung sehr gering, weil die Kettfäden beim Weben straff gespannt sind. Die Fäden sind also genau so lang wie das Gewebe. Die Schussfäden, die quer dazu laufen, müssen also in Wellen um die Kettfäden herumlaufen, deswegen sind die Fäden etwas länger als das Gewebe breit ist, weswegen der Stoff in Querrichtung dehnbarer ist als in Längsrichtung. Bei geflochtenen Körben kann man das sehr gut sehen und das ist z.B. auch der Grund, wieso Jeans, wenn man sie frisch gewaschen anzieht, eng sind und dann weiter werden, wenn man sie nen Tag anhatte. Der Stoff weitet sich unter der Belastung. Schräg ist die Dehnbarkeit am höchsten, weil ein Stoff durch die Webung aus lauter kleinen Quadraten besteht. Zieht man von oben und unten, passiert nichts, zieht man von rechts und links, passiert auch nichts, zieht man aber an den diagonalen Ecken, dann wird aus dem Quadrat eine Raute, deren Diagonale bekanntlich länger ist als die eines Quadrates. Gleichzeitig wird der Stoff in die Richtung, die senkrecht zur Zugrichtung läuft, kürzer. Das ist genau das, weas du bei deinen Nähten beobachtet hast. Ich glaube nicht, dass ein CatCut hier helfen würde, ich würde eher ein unelastisches Band hinter die Naht nähen. Das sollte das Problem minimieren. Aber bitte vorher testen, das ist eine theoretische Schlussforlgerung, die ich noch nicht überprüft habe. Freierfall reagierte darauf 1
wilbo Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 sei nicht genervt wegen der nähte! es ist ein super zelt geworden und hauptsache die doppelkappnähte sind stabil. selbst bei einigen kommerziellen zelten sind mir die "eingedrehten" nähte schon aufgefallen.wenn du immer die laufrichtung des stoffes respektieren würdest, hättest du wahrscheinlich 30-50 % mehr verschnitt; und manche schnitte wären dann nur sehr nähaufwendig zu realisieren. ich optimiere zb. gerne einen schnitt an der zur verfügung stehen stoffbreite.solltest du nahtdichter auftragen wollen, würde ich es nicht am abgespannten zelt machen, sondern am flach ausgelegtem. so könnte die versteifung der naht, die form ein wenig stützen. praktisch der nahtband-effekt in flüssig. vielleicht hilft das ja.lg. -wilbert- - Signatur von mir gelöscht -
el zoido Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 es hängt ja auch vom Schnitt ab, ob man überhaupt bei allen Nähten die Ripstop-Fäden oder die Kettfäden parallel zur Naht wählen kann. Bei dem Tipi geht das doch sowieso nicht.Hast du bei denen Tests auch eine Querbelastung auf die Naht (Stoffteile auseinander ziehen) untersucht? Mikroskope gibt's auch in UL: https://www.jot-entdecken.de/ul-mikroskope/
howtnted Geschrieben 5. Februar 2014 Autor Geschrieben 5. Februar 2014 Moin moin, Ich glaube nicht, dass ein CatCut hier helfen würde, ich würde eher ein unelastisches Band hinter die Naht nähen. Das sollte das Problem minimieren. Aber bitte vorher testen, das ist eine theoretische Schlussforlgerung, die ich noch nicht überprüft habe.Danke dir Lotte für die ausführliche Erklärung. Jetzt ist zumindest die Theorie klarer Das mit dem CatCut, hatte jedenfalls beim aktuellen Zelt sehr gut geholfen und werde ich wieder machen. Die Frage ist nun ob der CatCut stärker ausfallen müsste, wenn ich auf die Webrichtung an den Nähten achte?Denn: der vorteil von parallelen Ripstopfäden (nur zur Anschauung der Webrichtung) zur Naht ist nur, dass sich die Naht nicht mehr verdreht. Die Stofffläche hat jedoch diagonal verlaufende Ripstopfäden bei einem Tipi. Damit wäre die Dehnung in der Stofffläche größer als aktuell. Müsste ich das mit einem stärkeren CatCut ausgleichen?Das mit dem Band würde ich sehr gerne vermeiden. Das ist Zusatzgewicht, was wir ja ungerne mittragen Golite und andere Tipihersteller haben es auch ohne zusätzliche Fixierung geschafft, dass sich ihre Nähte nicht verdrehen. Mein Shangri-La 2 ist eine PU-Version, da dehnt sich der Stoff diagonal viel weniger. Hat jemand ein Tipi Silnylon Zelt zuhause und könnte vielleicht schauen, ob der Fadenverlauf berücksichtigt wurde?`sei nicht genervt wegen der nähte! es ist ein super zelt geworden und hauptsache die doppelkappnähte sind stabil. Danke dir! Ach das ist so oft so es gibt immer Kleinigkeiten zu kritisieren und die würde ich gern bei der nächsten Version ausmerzen solltest du nahtdichter auftragen wollen, würde ich es nicht am abgespannten zelt machen, sondern am flach ausgelegtem. so könnte die versteifung der naht, die form ein wenig stützen. praktisch der nahtband-effekt in flüssig. vielleicht hilft das ja.Das habe ich mir auch schon überlegt, ob Silnet, da noch ein wenig hilft. Ich denke ich werde es leicht abspannen, sodass sich die Nähte noch nicht verziehen. Dann zieht es noch besser ein und ist leichter zu verarbeiten.Hast du bei denen Tests auch eine Querbelastung auf die Naht (Stoffteile auseinander ziehen) untersucht?Habe gerade noch mal versucht Bilder davon zu machen. Aber man erkennt den unterschied sehr schlecht. Klare Antwort hier: Jap, bei der diagonalen Version kräuselt sich die Naht, diesmal nicht Vertikal, sondern diesmal Horizontal. Komisch, dass ich darüber bisher so wenig gelesen habe, obwohl doch schon viele Zelte, vor allem auf ODS, genäht wurden. Nur auf ODS gab es wie gesagt dazu hinweise, dass man auf die Richtung achten sollte, aber wieso und dass es Auswirkung auf die Naht hätte, habe ich bisher nirgens gelesen. Ein letztes Thema. Verschnitt: Von 18m² Stoff habe ich ca 9m² wirklich genutz: Ich habe in dieser Version (mit Absicht, um Nähte zu sparen und nur gering mit dem Verzugsproblem in Berührung zu kommen - xd weit gefehlt) super viel Verschnitt gehabt, da ich ja nur 6 Dreiecke ausgeschnitten habe. Bei der Golite SL3 Version sind es 12. Hier gibt es einen Thread über den Zuschnitt. User Solasimon hat dort ein passendes Bild gepostet, wie die Ripstopfäden verlaufen würden, wenn man darauf achtet, dass sie parallel zur Abspann-Naht verlaufenBei diesem 12 Dreieck Zuschnitt, würde ich nur ca 11m² Stoff benötigen, was eine Stofflänge von gerade mal 8m macht^^Nur nochmal die zusammenfassende letzte Frage: Was passiert mit dem Stoff, wenn die Ripstopfäden nun diagonal durch den Stoff verlaufen?ZACK und noch mal Stoff bestellt =)ganz liebe Grüße, Hotte howtnted.blogspot.de
Leichtmetall Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 Oder einfach kleben, da kann dir so etwas nicht passieren.
howtnted Geschrieben 5. Februar 2014 Autor Geschrieben 5. Februar 2014 Oder einfach kleben, da kann dir so etwas nicht passieren.? howtnted.blogspot.de
Leichtmetall Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 Na Silnylon muss ja icht immer genäht werden sondern kann auch geklebt werden.Ich hatte dazu mal mein Tarp vorgestellt, musst einfach nach "geklebtes FünfeckTarp" im Myog Bereich gucken.Is meiner Erfahrung nach wie aus einem Stück.
Andreas K. Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 Mit was hast du's geklebt, Elastosil E43? Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt löst sich der Kleber. Hab selbst schon damit gearbeitet. Ist also nicht zu empfehlen. Zumindest bei stark beanspruchten Verbindungen. “Wer ans Ziel kommen will, kann mit der Postkutsche fahren, aber wer richtig reisen will, soll zu Fuß gehen." (Jean-Jacques Rousseau) Waldschneider auf Flickr
howtnted Geschrieben 5. Februar 2014 Autor Geschrieben 5. Februar 2014 Andreas, hast du bei deiner Pyramide auch auf die Ripstopfadenrichtung geachtet? Wenn ja, wie verlaufen sie bei dir?lg howtnted.blogspot.de
Andreas K. Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 Nein. Aber bei meinem Silnylon-Prototypen ist das von dir beschriebene Problem auch aufgetreten, beim steifen Skytex nicht. “Wer ans Ziel kommen will, kann mit der Postkutsche fahren, aber wer richtig reisen will, soll zu Fuß gehen." (Jean-Jacques Rousseau) Waldschneider auf Flickr
Leichtmetall Geschrieben 5. Februar 2014 Geschrieben 5. Februar 2014 Ja hab ich mit Elastosiel E43 geklebt. Auf dem Beipackzettel stand das es bis -40 grad einsetzbar ist, ich hab auch mal nen Stück in die Tiefkühltruhe gepackt und konnte keinen Unterschied feststellen. Ich hatte das Tarp auch schon bei leichten minusgraden und Wind im Einsatz, hat alles Anstandslos gehalten. Die Beschichtung beim Silnylon wird im Winter ja auch nicht bröselig, wie viele Winterzelte unter Beweis stellen. Das Einzige was mich an meinem Trap stört ist,das es nicht so formstabil ist, ist halt wie aus einem Stück, es gibt nicht die stabilen Kanten, die bei einer Naht enstehen. Deswegwen werde ich wohl an den geklebeten Kanten Abspannpunkte annähen, um mehr From rein zu brigen und die unteren Abspannpunkte zu entlasten.
howtnted Geschrieben 7. Februar 2014 Autor Geschrieben 7. Februar 2014 Ich habe auf Dennis seinem Blog ein Bild von einem Mid gefunden (ich glaube Khufu) auf dem man die Ripstopfäden sehr gut erkennen kann. Ich bin mal so frei und Poste es direkt. Quelle: http://www.outdoor-blog.com/wp-content/ ... stange.jpg (Große Version hier)Es scheint so, als wäre die Ausrichtung identisch zu meiner Version gewählt. Auf dem Bild erkennt man auch ein leichtes Kreuseln der Nähte. Aber bei weitem nicht so stark wie bei mir. Woran könnte es liegen? Hat jemand das auf dem Bild zu sehende Mid und kann über das Nahtverhalten etwas sagen?lg, hotte howtnted.blogspot.de
Dennis Geschrieben 11. Februar 2014 Geschrieben 11. Februar 2014 Moin hotte... das mit dem bild ist kein Problem. Von meinem Blog kann hier ruhig alles an Bildmaterial gepostet werden. Stehe ja schließlich auf beiden Seiten im Impressum.Das Zelt gehört Hendrik aka skullmonkey (Forumsname). Aber wir haben hier ja noch andere Khufu-Besitzer. Manchmal blogge ich auch im Outdoor Blog
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