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Ultraleicht Trekking

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Ja, die Überschrift sagt schon alles…

@wilbo, @khyal

Das DCF nicht all zu UV resistent ist, das weiß ich, aber ist Silpoly da resistenter?

Ich habe nämlich mein „neues“ Simplex Mini Tarp und den Simplex Shelter, von Liteway, den ich mir im Nov (?) zum Black Friday kaufte, mit Seam Sealer behandelt und nun steht es seid zwei Tagen aufgebaut da rum. 

Benutzen werde ich es mindestens am Montag, vielleicht aber auch von Montag-Donnerstag… 

Meine Frage ist nun, soll ich es von heute bis Montag abbauen, oder kann ich es stehen lassen…

Ich habe zwar zwei Forenmitglieder angesprochen, aber ihr alle seid natürlich mit eurer Expertise gefragt…

Geschrieben (bearbeitet)
vor 20 Minuten schrieb RaulDuke:

... aber ist Silpoly da resistenter?

Ich würde das aus dem holen Bauch heraus befürworten, und paar Tage UV-Strahlung machen den Kohl eh nicht fett.
Wobei ich natürlich die Gewebeart nicht genau kenne. Am Ende weiß man erst nach Jahren, welche Qualität da verarbeitet wurde.

OT: Das Hilleberg 6.6er Silnylon von meinem alten Keron-3 hält jetzt knapp 40 Jahre, selbst wenn sich die Silikonimprägnierung fast komplett ausgewaschen hat.

VG. -wilbo-

Bearbeitet von wilbo

- Signatur von mir gelöscht -

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb RaulDuke:

Das DCF nicht all zu UV resistent ist, das weiß ich, aber ist Silpoly da resistenter?

Noe, mal ganz grob gesagt, ist DCF ist nicht weniger UV-resistet als andere UL-Materialien, aber was heisst denn UV-resistent ?
Ich verstehe darunter ,dass ein Material moeglichst lange UV ausgesetzt sein kann, bevor die dadurch entstehende Materialschwaechung das Material so muerbe gemacht hat, dass es bei zu erwartendem Outdoor-Einsatz einreisst, delaminiert o.A.
Entsprechend dauert das grundsaetzlich bei einem stabilereren, dickeren Material gleicher Qualitaet laenger, da eben hoehere Anfangswerte vorhanden sind, insofern hat DCF zu unrecht bei Manchen einen schlechteren Ruf, wenn eben vom Hersteller her, sehr duennes Material verwendet wird, deswegen rate ich da immer zu Herstellern, die (nur) Dickeres anbieten (z.B. HMG) oder eben bei Herstellern, die dem Kunden die Wahl lassen, wie Zpacks zu dem dickeren 26g/qm Material, gut die haben im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern auch ca 20 Jahre Erfahrung mit DCF und wissen da, was sie tun.

Aehnlich isses bei anderen KF-Materialien, klar erhoeht eine Si statt PU-Beschichtung (die ja eh meist nur von innen ist), die UV-Bestaendigkeit, aber auch das ist kein Zaubermittel, ich habe da viele Erfahrungen, da ich frueher ganze Sommer in GR zugebracht habe und an vielen Stellen ueber einen laengeren Zeitraum stationaere Zelte und Tarps stehen habe/hatte.

Mal ein paar Beispiele :
Ich habe vor einer Woche mal das 500g Mischgewebe-Tarp, was in TerraNonna ueber einem Teil der eigenen Waldkueche haengt, und einem laengeren Tageszeitraum der Sonne ausgesetzt ist, nach ca 10 Jahren zum Neuverspannen runter geholt, man merkt, dass es einen Teil der Lebensdauer hinter sich hat, aber ich gebe dem nochmal 10 bis 20 Jahre...
Dagegen war ein billig Pu-Tarp, was ich vor 2 Jahren ueber eingelagertes, in Planen gepacktes Bauholz gehaengt hatte, was nur etwas Streu-Sonnenlicht eine kurze Zeit des Tages bekam, nur noch muerbe Fetzen.
Frueher bei den Surfsommern in Gr konnte man beim Zelten auf dem Strand zusehen, wie die Zelte innerhalb von einem Sommer muerbe, reif fuer die Tonne wurden.

Einem dicken, schweren Expeditionsmaterial, wie beim Slingfin Indus traue ich da deutlich mehr zu, dagegen ist HB Black Label, was ja schon, nach eigenen Erfahrungen und auch dem was @wilbo schreibt, was ab kann, absolut fimschiges Wackelmaterial :mrgreen:

Nun ist beim "artgerechten" Einsatz von UL-Wanderzelten (abends aufbauen, morgens abbauen) die UV-Belastung recht niedrig, aber jemand der z.B. mit einem derartigen Zelt auf Weltreise geht, rate ich, wenn er laenger mal stehen bleibt z.B. ne Woche oder 2 Strandurlaub macht, sich entweder einen Platz im Vollschatten zu suchen, oder durch ein dort gekauftes Tuch / Plane den Schatten fuer´s Zelt zu bauen.

Ich habe schon viele Leichtzelte gesehen, die durch UV muerbe wurden, deswegen halte ich es so, dass ich meinen Leichtzelten moeglichst wenig UV zumute z.B. morgens auf Tour, wenn das Zelt in der Sonne steht, schon mal als Erstes runter nehme (ist ja haeufiger auch aus anderen Gruenden zu empfehlen) nasse, nicht aufgebaute Zelte im Schatten trockne usw

Nun konkret auf den letzten Teil des TO hin, nein ich wuerde es nicht von Sa Morgen bis Mo Abend stehen lassen, sondern fix abbauen, wieder aufbauen, aber es wird nicht gleich zu Staub zerfallen und bei meiner letzten laengeren Packraft-Alpentour hatte ich zwangslaeufig auch mehrfach mein Liteway Pyraohm Max mehrere Tage in der Sonne stehen und es geht ihm prima :cool:
Aber ich weiss auch nicht, wie gerade bei Euch in D das Wetter ist, hier in der Suedtoskana ist es sehr heiss und nur sonnig.

Ich habe das jetzt mal allgemeiner / umfassender beantwortet, da das ein Thema ist, wo es imho haeufiger Missverstaendnisse gibt "ich habe doch so ein teures UL-Zelt gekauft, das muss doch ewig halten" oder auch User aus Nichtwissen oder nicht dran denken, letztendlich Geld verbrennen bzw Sondermuell frueher produzieren.




 

Geschrieben (bearbeitet)

kann mich nur khyal anschließen. wie lange ein Zelt aus Silpoly oder DCF mitmacht hängtunter anderem von der Materialstärke ab. Denn die UV Strahlung wird beim Eindringen in das Material abgeschwächt, so dass zwar die Außenseite des Materials schnell abbaut, jedoch die Fasern auf der Innenseite länger ihre Stabilität bewahren. 

 

Grundsätzlich kannst du davon ausgehen das alle Materialien mehr oder weniger bei UV Strahlung abbauen. Jedoch für Leute die ihr Zelt regelmäßig abbauen nicht wirklich ein Thema. 

hier gibt es einen detaillierten Einblick in eine Testreihe:

https://www.garagegrowngear.com/blogs/trail-talk/sun-uv-damage-tents-tarps-slingfin

Bearbeitet von ma11hias
Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb ma11hias:

... wie lange ein Zelt aus Silpoly oder DCF mitmacht hängtunter anderem von der Materialstärke ab. Denn die UV Strahlung wird beim Eindringen in das Material abgeschwächt, so dass zwar die Außenseite des Materials schnell abbaut, jedoch die Fasern auf der Innenseite länger ihre Stabilität bewahren. 

Das entspricht leider nicht meinen Erfahrungswerten.
Und auch die verlinkten Messdaten in den Tabellen spiegeln dies wider.

Zitat

For instance, after about 150 days, the 10D nylon that I mentioned above actually surpassed the strength of all three of the 20D fabrics that we tested, as well as a 40D nylon that started out 76% stronger than the 10D. So while the 10D started out with a lower tensile strength, its UV resistance was so much better than the other fabrics that eventually the 10D was the strongest of the five.

OT: Wir hatten gerade Lagerzelte aus relativ starkem Material, ich schätze 70 & 40D, über zwei Jahre im Garten stehen. (Norddeutschland)
Der 70D Stoff vom weniger wertigeren Zelt war schon nach einem Jahr UV-Strahlung morsch und der von Bergans nach zwei Jahren.

Das Problem bei der Bewertung von Stoffen ist für uns, dass erst nach zwei bis drei Jahren Erfahrungswerte möglich sind. In der Zwischenzeit hat sich entweder die Stoffcharge oder die Produktionsart geändert und man ist genauso schlau wie vorher.

VG. -wilbo-

 

Bearbeitet von wilbo

- Signatur von mir gelöscht -

Geschrieben (bearbeitet)
vor 5 Stunden schrieb wilbo:

Das entspricht leider nicht meinen Erfahrungswerten.
Und auch die verlinkten Messdaten in den Tabellen spiegeln dies wider.

OT: Wir hatten gerade Lagerzelte aus relativ starkem Material, ich schätze 70 & 40D, über zwei Jahre im Garten stehen. (Norddeutschland)
Der 70D Stoff vom weniger wertigeren Zelt war schon nach einem Jahr UV-Strahlung morsch und der von Bergans nach zwei Jahren.

Das Problem bei der Bewertung von Stoffen ist für uns, dass erst nach zwei bis drei Jahren Erfahrungswerte möglich sind. In der Zwischenzeit hat sich entweder die Stoffcharge oder die Produktionsart geändert und man ist genauso schlau wie vorher.

VG. -wilbo-

 

Ja in diesem Test sieht man gut das man Silpoly von Hersteller A nicht mit Hersteller B vergleichen kann und sogar Chargen stark schwanken.

Ich arbeite selber in der Kunststoff verarbeitenden Industrie und spätestens dann weißt man dass das selbe PA66 von zwei Herstellern oftmals leider doch recht verschieden sind. 

Die Schwankungen liegen wahrscheinlich meistens daran, dass die Zelthersteller nicht das Ausgangsmaterial direkt von Dupont oder BASF beziehen sondern wiederum von Subfirmen welche die Stoffe herstellen. Hier ist dann weniger standardisiert und die kochen alle ihr eigenes Süppchen.

Als Beispiel hatten wir zuletzt intern in meinem Unternehmen hinsichtlich mechanische Eigenschaften Bauteilen untersucht welche verschieden eingefärbt wurden. So stellte sich heraus dass die Beimengung von 2-4% Masterbatch zum einfärben die mechanischen Eigenschaften von 5  bis zu 30% verschlechtet hat je nach Farbe die gewählt wurde.

Bearbeitet von ma11hias

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