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  1. Durch das wilde Kirgistan Kirgistan ist ein kleines, vielen unbekanntes Land in Mittelasien, eine ehemalige Sowjetrepublik, die höchstens am Rande unserer Wahrnehmung existiert. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Kirgisen ein Nomadenvolk, das von den Mächtigen der Welt ignoriert in den Hochgebirgslagen v. a. des Tien Shan und Pamir lebte. Dann suchte der Zar einen Weg, den wachsenden Einfluss der Briten in Asien einzudämmen und Vieles änderte sich. Im Herbst 2014 nahm ich an einer Exkursion in das Land an der Seidenstraße teil. Ein unscheinbarer Flyer lud letzten Sommer noch kurzfristig zur Teilnahme ein. Der Preis war gut, ich hatte Zeit, und ich wollte schon immer mal nach Kirgistan. Also auf ins Abenteuer. Das Abenteuer der Rundreise begann mit dem ersten Sonnenaufgang, der die schneebedeckten Gipfel des Tien Shan hinter dem Panorama Bishkeks auftauchen ließ. Wir bezogen unser Lager und legten gleich los. Ein Beitrag zur Landeskunde zum warmen Frühstück und dann auf zu einer Geologischen Station, die um die 2000 m ü NN hoch gelegen einen ersten tieferen Blick in das Reich des Schneeleoparden gewährte. Anschließend besuchten wir noch einige Standorte, an denen der Bewässerungslandbau aus landwirtschaftlicher, bodengeographischer und historischer Sicht beleuchtet wurde. Das nähere Kennenlernen der Gruppe nach dem Abendessen musste bei mir ausfallen. Nachdem die vorherige Nacht für die Anreise schlaflos vorüber gegangen war, fiel ich nun nur noch in meinen Schlafsack. Bereits am nächsten Tag führte uns die Straße tiefer in die wildbunte Welt des Tien Shan hinein. Wir fuhren gen Osten und Kochkor, einer kleineren Stadt nicht weit vom Issyk Kul See. Hier besuchten wir eine Filzmanufaktur, in der die Frauen der betreibenden Familien für das Einkommen sorgen und das traditionelle Handwerk, ohne das die Jurten der Nomaden undenkbar wären, aufrechterhalten. Die Landschaft wurde wilder, trockner und die Straße verlief weiter parallel zum Panorama des Tien Shan südlich von uns. Hinter Kochkor verließ unser Truck bald die asphaltierte Straße, kämpfte sich eine steile, enge und löchrige Piste in vielen Serpentinen nach oben. Unter uns reduzierten sich die Beton-Ruinen sowjetischer Plan-Landwirtschaft zu entfernten Impressionen einer anderen Welt. Die steilen Gipfel waren noch fern, die Luft aber schon dünn, als wir eine Herde Yaks erreichten. Ein perfektes Schauspiel auf 2400 m im eiskalten Wind: Zwei Jungbullen lieferten sich einen Kampf, ein prächtiger Bulle suhlte sich genüsslich in einer Staubkuhle, eine Kuh säugte ihr Kalb. Unser Weg führte uns weiter nach oben. Bei etwa 3200 m passierten wir die Passhöhe und konnten kurz darauf den ersten Blick auf den Söng Köl-See (ca. 3000 m ü NN) im gleißenden Gegenlicht des späten Nachmittags werfen. Regenbeladene Wolken hingen tief über dem See, der umgeben von der gelblichen, sich schier ins Unendliche ziehenden Ebene, noch immer viele Kilometer von uns entfernt vor uns lag. Nein, einen Wetterbericht gäbe es hier nicht, erklärte unsere Dolmetscherin. Das mache hier auch keinen Sinn. In 10 Minuten könne sich das Wetter unvorhersehbar von wunderschön auf Schneesturm verändern. Wir sollten noch sehen, wie recht sie damit hatte. In einer kleinen Mulde zwischen antiken Saken-Kurganen, leeren Wodka-Flaschen und den verlandeten Bewässerungskanälen aus der Sowjetzeit entdeckte ich ein kleines, etwas gerupft wirkendes Edelweiß. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Ich sah mich genauer um und fand mehr Edelweiß. Ich erfuhr später, dass die Hochebene des Sönbg Köl die einzige Region des Landes ist, in denen Edelweiß wächst. Gegensätze, wie der eben beschriebene, haben mich die gesamte Reise über wie auch noch lange danach beschäftigt. Sie übten einen besonderen Reiz aus, sind lebendige Denkmale der Geschichte und oft im gleichen Moment Symbole der Zerbrechlichkeit dieser unglaublich schönen Landschaft, die mal seltsam vertraut und nur wenige Kilometer weiter exotisch fremd wirkt. Am Abend bezogen wir unser Lager für die nächsten beiden Nächte, die Jurten einer im seminomadischen Hirten-Familie. Die Lebensgrundlage stellte eine Herde von ca. 200 Schafen sowie einigen Pferden, einem Esel und vielleicht noch einer Hand voll Kühe dar. Die Milch der Stuten wurde zu einem äußerst schmackhaften Käse verarbeitet, der im steten Wind der Hochebene trocknete. Die Jurten bestehen auch heute noch aus einem Weidengestell, auf dem, wie auch auf dem Boden reichlich Filz und Teppiche liegen. Alles ist Handarbeit, ein Unikat. Die Tür ist immer nach Osten gerichtet, damit unter dem Türschlitz die aufgehende Sonne den Morgen anzeigt. Das Herzstück ist das Tündük, das hölzerne Doppel-Kreuz am höchsten Punkt, dessen Symbolik bis heute von so großer Bedeutung für die Kirgisen ist, dass es ihre Flagge ziert. Es war kalt und der Wind wehte beständig stark, doch zwischen Schauern, in denen man die Hand vor Augen kaum zu sehen vermochte, Schneefall und Sonnenschein fand sich ein Zeitfenster. Ohne Wege und Pfade wanderten wir die grasigen Hänge (bis auf ca. 3500 m) der Moldorberge am südlichen Rand der Hochebene hinauf. Von oben konnte man am Horizont unser Lager noch als kleine Punkte erkennen. Über uns kreisten Geier, Adler und Falken, während unter unseren Füßen Gras und winzige, aber sehr hübsche Blümchen gegen Wind und Wetter ihr Dasein erkämpften. Das Schönste aber war der Morgen nach dem Schneesturm. Ich stand lang vor dem Rest der Gruppe aus und zog mit der Kamera los zum westlichen Seeufer. Hinter mir graste der Esel mit Reif in der Mähne, Pferdeherden zogen jenseits des Sees entlang. In der eisigen Luft beobachtete ich am Seeufer Möwen, winzige Strandläufer und Rostgänse. Im Hintergrund des Sees tauchte die aufgehende Sonne die von Neuschnee überzuckerten Berge in ein rosafarbenes, unwirkliches Licht. Der Morgen war unbeschreiblich schön - und beißend kalt. In den nächsten Tagen reisten wir weiter nach Südwesten, über Djallal Abad und Özgün wieder etwas weiter nach Norden in die in den Ferganabergen liegenden, natürlichen Walnusswälder bei Arslanbob. Ausgangsort für uns war das Dorf Gümkana, das auf ca. 1200 bis 1500 m in den Wäldern und engen Schluchten malerisch eingebettet liegt. Per Pferd und pedes hatten wir einige Tage Gelegenheit, diese Wiege unserer Obstbäume zu erkunden. Wo immer der Wald den Blick freigibt, schaut man auf ein alpines Panorama schroffer Felsen und schneebedeckter Gipfel. Die parkartigen Wälder aus urigen, bis zu 350jährige Walnussbäumen, durchzogen von Wildobst (Apfel, Birne, Pflaume) sind eine eigene Welt und ein sehr einzigartiges Wanderparadies, dass ein Kultur- und Naturerlebnis miteinander verbindet. In der Erntezeit ist es Lebens- und Handelsraum der Walnüsse sammelenden Familien, ein gutes Einkommen, dass sich kaum eine Familie leisten kann, nicht auszuschöpfen. Der Wald ist dann auch Weide ihres Viehs, ihr Garten, ihr Supermarkt und Treffpunkt sozialen Miteinanders. Über den legendären Tien Shan Highway führte uns die letzte Etappe nach Bischkek zurück. Alleine diese Etappe führt durch so gegensätzliche Landschaften obwohl allesamt Hochgebirge: rote Halbwüsten, grau-gelbliche Steppen, alpine, schneebedeckte Pässe und Taiga-Birkenauwälder. Kirgistan vereint nomadische Tradition, ethnologische Vielfalt, endlose Gastfreundschaft und große Armut in einem alpinistischen Paradies aus meist unerschlossenen, jedoch keineswegs unberührten, geradezu gegensätzlichen Wander-, Ski- und Kletterwelten und jederzeit mehr als eine Reise wert. Eine Auswahl meiner Fotos gibt’s hier: https://www.flickr.com/photos/53701391@N05/
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