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Ultraleicht Trekking

FuchsVomWalde

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  1. Ja genau, das ist es! Ist ja abgefahren. Ich hab bei all den nassen Stellen gedacht, wie das wohl normal aussieht. Endlich mal ein Vergleichsbild. Und man merke: bei mir hatte es an dem Tag nicht mal geregnet. 😂
  2. Auch Dir danke für die lieben Worte! Wie man wohl rausliest, hatte ich das auch so nicht geplant und hätte das auch so niemals gemacht, wenn ich das geahnt hätte. Ich bin auch keiner, der jetzt unbedingt auf das Sarek scharf ist oder so Wildnis-Trails mit Survival-Elementen. Im Moment ist an Wandern noch nicht zu denken, aber ich hab mir auf der Tour schon gedacht, das nächste Mal wird wieder schön mit Unterkünften, Kultur und berechenbaren Abenteuer. Irgendwas Schönes in England oder so, mit normalen Wegen und ner Dusche am Ende des Tages. Ich bin also voll bei Dir, wenn Du eher Wohlfühl-Spaziergänge planst.
  3. Ist das auch vom Südlichen Kungsleden? Die Stelle kommt mir sehr bekannt vor oder ist dann zumindest sehr ähnlich. Ein direkter Vergleich wäre aber witzig. Das wäre dann östlich vom Rogen. Bei mir sah es so aus, auch der Weg natürlich und kein Bach bzw. Flüsschen:
  4. Danke für die lieben Worte! Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich keinen Schneematch um 0 Grad erlebt habe. Das wäre dann echt hart geworden. So war das zwar mental ein Ding, ständig im Wasser zu laufen, aber meine Füße haben nicht gefroren. Ich will auch nicht an so leicht gefrorene Moore und Sümpfe denken, wo nur ne dünne Eisschicht drauf ist, furchtbar. Ich glaube, es geht immer schlimmer.🤣
  5. Nee, das ist direkt nördlich kurz hinter der Björnholmsstugan. Danach wurde es noch richtig schlimm, da der Tangån so über die Ufer getreten war, dass der Weg komplett weg war, und später galt es den auch noch zu furten. Ich bin dann oberhalb in der Wildnis gelaufen bis zu der Stelle, wo man furten sollte und hab nur einen reißenden Fluss gesehen. Ich musste dann den Winterweg laufen, der zwar auch Laufen im Wasser bedeutete, aber immerhin gangbar war.
  6. Vielen Dank für die Sicht Deiner Erfahrungen dort. Wenn man dann vor Ort und man weiß, unzählige andere haben das ohne Probleme gemeistert, dann zehrt das an einem. Ich dacht ja, das wird ne entspannte Wanderung.😄 Und dies Furtstelle hat mir eine Lektion fürs Leben gegeben. Aber während ich ansonsten ein besonnener Mensch bin, bin ich schon öfters auf Tour deutlich höhere Risiken eingegangen. Es ist einfach auch so eine Eigendynamik. In erster Linie hab ich mir auch mehr Sorgen um meine Hündin gemacht als um mich.
  7. Nein, Du hast vollkommen recht das zu fragen. Siehe dazu meine Antwort zuvor. Es war eben "Jetzt oder nie". Ich bin trotz allem auch froh, dass ich die Tour abhaken konnte. Ich hab defintiv meinem Körper keinen Respekt gezollt, aber wie lange das nachwirkt, weiß man auch erst hinterher. Meine Hündin hat wie geschrieben, alles sehr gut verkraftet. Wäre was mit ihr gewesen, hätte ich eher abgebrochen. Na ich hatte 3 Jahre zuvor den Högakustenleden gemacht. Der Weg war im Gegensatz dazu wie der Gang zum Supermarkt.😆
  8. Es waren "nur" die 15 Tage, 4 Wochen hatte ich für die gesamte Reise Zeit. 😉 Ich hab schon nach 2 Tagen über Abbruch nachgedacht und mich gefragt, warum ich das mache. Von vielen Stellen habe ich auch wegen der Bedingungen keine Fotos, weil ich um meine Kamera gebangt habe. Allein schon am 1. Tag war der Abstieg zur Gränfjällssätern zu absurd schwierig, dass ich danach erst mal ne Weile sprachlos in der Hütte saß. Abbruch wäre mindestens in Grövelsjön recht bequem möglich gewesen. Das war für die 1. Woche auch mein Ziel, und da wollte ich erst mal über alles Weitere sinnieren. Aber 1. hab ich wegen Hündin nur so ein superteures Gruppenzimmer gehabt, zweitens lief mir mit den Optionen der Fjällstationen als Backup die Zeit weg und ausgerechnet da hatte ich bestes Wetter. Zudem hat mir Mia im Zelt berichtet, dass es danach deutlich weniger nass wird, was auch der Fall war. Wäre es weiterhin so gegenagen wie zuvor, hätte ich definitiv abgebrochen. Der 2. Teil der Wanderung war auch nur zum Ende hin wieder richtig schlimm, grad um Sylarna rum, dazwischen war es nur unangenehm. Allerdings kamen dann die körperlichen Folgen der 1. Woche durch. Als Motive, warum ich generell über meine Grenzen gegangen bin, sei angeführt, dass ich seit 6 Jahren vergeblich versuche diese Tour zu machen und dieses Jahr womöglich das letzte ist, in dem ich mit meiner 10-Jährigen Hündin so eine lange Tour machen kann. Zudem wechsel ich den Job und weiß nicht, ob ich 2024 so ein 4-Wochen-Fenster im Herbst bekomme. Es hatte schon viel von "Jetzt oder nie".
  9. Danke Dir! 😃 Wow, das ist ja auch eine Quote. Die Temperatur war tatsächlich das einzige, was kein Problem und besser als gedacht war. Ich war mit den Trailrunnern hochzufrieden. Mit Stiefeln wäre ich meiner Einschätzung noch mehr umgeknickt und hätte durch die vielen Torsionen bestimmt wunde Stellen an den Fersen bekommen. Die Füße haben hauttechnisch trotz der Nässe erstaunlich gut durchgehalten. Zudem hätte ich ständig die Stiefel auskippen müssen. Gamaschen hatte ich übrigens dabei und gehören zu meiner Regen-Kombi mit Rock. Du meinst mit Trailstar das Tarp, oder? Das ist ein DD Hammock Superlight. Das benutze ich schon seit Jahren, also auch gerne. In Skandinavien würde ich vermutlich nur noch mit Zelt losgehen, es sei denn viele Hütten mit bestem Wetter. Ich konnte auf dem Südlichen Kungsleden auf viele Hütten zurückgreifen, aber wenn ich auf das Tarp angewiesen gewesen wäre, wäre das tourgefährdend geworden.
  10. Schlechte Eindrücke einziger Teil: Kein Bach, es ist der Weg, Teil 1. Kein Bach, es ist der Weg, Teil 2. Kein Bach, es ist der Weg, Teil 3. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ätzend es ist, kilometerweit auf dem Gemüse am Rand zu laufen, das auf Steinen wächst? Das ist die Stelle, an der auf Maps eine Brücke zu sehen ist. Man sieht, glaub ich, ganz gut, dass drumherum alles überflutet ist. Ich hab 45 min erfloglos nach einer Stelle zum Furten gesucht. Hier an der Stelle war die Strömung so stark und es so tief, dass ich mit dem Stock nicht bis unten kam. Beim Suchen bin ich schon auf Steinen ausgerutscht und lag halb im Wasser, sodass ich überhaupt nur auf die Idee kam da durchzugehen. Letztlich habe ich weiter links eine Art Insel gefunden, wo der Fluss sich teilt und minimal schmaler und weniger tief war als hier. Dort hab ich meine Hündin beim ersten Mal rübergeworfen (in flauschiges Gras, zumal auch alles überflutet) und beim zweiten Mal stand ich eben bis zum Bauch in dem breiteren Teil und hab sie am Halsband durchs Wasser gezogen, in der Hoffnung, dass es mir nicht die Beine wegzieht. Wie sagt man so schön, macht das bitte nicht daheim nach. Warum ich das so lang und breit erzähle? Weil ich es loswerden muss. Wer nicht wandert und nicht in der Wildnis war, versteht einfach nicht das Problem. Kurz hinter der Sylarna-Station. Man erkennt zwar die Breite der sonstigen Touristen-Autobahn, aber ist es ein Geröllfeld? Ist ein Bach? Ist es Schlamm? Es ist Schlammgeröllbachweg! Ja sorry, es gibt Schöneres, aber wenn ich schon davon erzähle, soll man es auch glauben können. Zum Verständnis, das links ist nicht mein Oberschenkel, sondern mein linker Knöchel direkt am Tage meiner Ankunft in Storlien.😬 Wohlgemerkt, das kommt nur von der Sehne, der Knöchel ist heile. Spannende Frage, wie das wohl mit Stiefeln gegangen wäre.
  11. Schöne Eindrücke 3. Teil: Die Revbua auf norwegischer Seite am Ende des Rogens - Idylle pur. Am nächsten Tag endete dann auch wieder die kurze regenfreie Phase. Die Hütte ist aber ein toller Geheimtipp. Man muss vom Weg zwar 2 km abbiegen, aber dafür gibt es auch keine Hüttenalternativen am Weg. Und Übernachten ist erlaubt! Außerdem gibt es zuvor noch 2 schwedische Hütten und auch viel Zeltplatz. Eine sichere Übernachtungsoption also. Nach schwerem Regen etwas Auflichten an der Broktkjärnskojan. Die Stimmung war da oben schon atemberaubend - auch wenn es für den völlig durchnässten Wanderer kein Holz zum Aufwärmen gab. Ja, ein Rentierbild darf nicht fehlen, trifft man davon ja ungefähr 128. Praktischerweise werden auch die üblichen Bedingungen ganz gut wiedergegeben. Der Anderssjöåfallet in Fjällnäs ist schon ziemlich beeindruckend, gerade nach so viel Regen. Ich war doch etwas verdutzt, dass ich den nicht furten musste. Gewundert hätte es mich nicht. Impressionen mit schönem Wetter nahe am Helags-Massiv. Das einzige Mal, bei dem ich das Tarp benutzt hab. Schön feuchter Schotterboden mit Fallwinden vom Gletscher. Die Nacht war fantastisch. Aber schaut, wie schön wasserdicht der Rucksack dreinschaut. Von der Begleitung ganz zu schweigen.
  12. Schöne Eindrücke 2. Teil: Kein Regen, kein Sturm und pure Stille. Trotzdem wäre ich fast von der Planke gefallen. Kurz vor Grövelsjön hatte die Tour für mich die ersten "normalen" Wandermomente. Einfache Wege, kaum Matsch oder Sumpf, einfach wandern und schauen. Da sind wir in den Anfängen des Rogen-Gebietes, das ich, wie geschrieben, einen angenehmen Kontrast fand. Es hinter sich zu lassen, war doch auch irgendwie nicht schlecht. Die phänomenale Sicht auf den Rogen, die man in Süd-Nord-Richtung praktischerweise vor sich und nicht im Rücken hat.
  13. Erst Bericht, dann Fotos. 😉 Wer nur Fotos will, scrollt runter. Lange Jahre habe ich darauf gewartet, endlich ein Zeitfenster zu haben, um den Südlichen Kungsleden im Herbst am Ende der Saison im Indian Summer zu wandern. Das hat insgesamt mehr schlecht als recht geklappt. 😅 Ich bin mir nicht sicher, ob ich ohne den Austausch mit Mia im Zelt, die zu der Zeit ihre NPL-Tour machte, die Tour überhaupt durchgezogen hätte. Woran lag´s? Am Regen. Es hatte vorher schon ordentlich geregnet, aber vor allem in der 1. Woche, zwischendurch und auch am Ende. Letztlich hatte ich von 15 Tagen, 14 Tage mindestens einmal knöcheltief im Wasser gestanden und 6 ohne Regen. Ein Tag bzw. die Nacht war besonders schlimm, da regnete es irgendwas jenseits der 50 l und die Schweden meinten, so was hätten sie noch nicht erlebt - und es war am folgenden Tag die schlimmste Etappe. Die Vorhersage hatte übrigens zwei eklige Regentage für den Tourzeitraum berichtet. Die Tour war letztlich mental und physisch das Härteste, das ich je gemacht habe. Auch 1 Monat nach dem Ende bin körperlich nicht regeniert.🤕 Die Planung: Ich hatte 14 Tage angedacht, aber für Anfahrt, Tour, konventionellen Urlaub und Abfahrt 4 Wochen Zeit gehabt. Ich wollte locker wandern, aber hatte auch die Schließung der größeren Hütten ab Oktober im Blick und befürchtete auch zum Oktober tiefere Temparaturen. Letztlich wurde es durch die Regenfälle 15 Tage mit knapp 24 km im Schnitt. Für die Bedingungen sehr gut, aber auch ein Grund, warum ich immer noch nicht fit bin. Ich hab mich für die Süd-Nord-Richtung entschieden, um die beeindruckende Berglandschaft um Helags- und Sylarna-Massiv am Ende zu haben. Zudem spart man sich ein gutes Stück an Anfahrt zu Beginn. Stichwort "Anfahrt": Ich bin mit Auto angereist und das kann in Sälen bzw. am Startpunkt echt heikel sein, denn vor Ort wird alles bewirtschaftet, wofür man ne App braucht, mit der man dann aber auch nur höchstens 6 h parken darf. Erst durch den Supermarkt am Startpunkt hab ich von ein paar unbewirtschafteten Parkplätzen erfahren. Wer mehr in der Saison starten möchte, wird vermutlich Probleme haben, ein Auto unterzubekommen. Die Rückfahrt gestaltet sich indes problemlos mit Zug bis Brunflo und von dort mit Bus bis Mora und dann wieder mit Bus direkt bis zum Högfjällshotell. Rund 10 h, die ich lieber müde nach der Tour als ungeduldig vor der Tour machen wollte. Verpflegung: Da Resupply eher schwierig ist, habe ich mich zu einer Mischform entschlossen: die warmen Mahlzeiten (Knorr-Tüten) habe ich für 14 Tage mitgenommen, alles andere für 1 Woche. Resupply dann teils in der Grensbua und in der Fjällstation Grövelsjön. Ausrüstung: Wegen der Sümpfe etc., die auch in normalem Zustand auf dem Weg vorkommen, wollte ich das erste Mal ne lange Tour mit Trailrunnern machen. Das Setup waren Altra Olympus 5 mit Sealskinz und Scoken in verschiedenen Dicken. Als Rucksack sollte der Lightning dienen, aber der entpuppte sich beim Packen als zu klein. Das hätte man noch durch Anfrickeln retten können, aber ich entdeckte eine Beschädigung, die durch die Rückenstange verursacht worden ist, sodass ich zähneknirschend auf den 1 kg schwereren Exped Expediton 80 ausweichen musste. Vorteil: der ist wasserdicht, wofür ich dann aus bekannten Gründen gar nicht mal so undankbar war. Dritte spannende Komponente war die mobile Unterkunft, da ich das erste Mal in Skandinavien tarpen wollte. Das erwies sich für die Bedingungen letztlich als Schnapsidee, aber ich hatte auch wenig Glück auf der Tour. Ich hatte einiges für die Tour umgemodelt und neu gekauft. Im Anschluss werde ich noch ne Gear-Review anfügen. Bedingungen: Diese haben sich als superhart entpuppt. Zum Glück konnte ich das mit Mia im Zelt, die den Weg 2 Jahre zuvor gewandert ist, noch auf der Tour abgleichen, sonst hätt ich an meinem Verstand gezweifelt. Schließlich gilt der Südliche Kundsleden nicht gerade als anspruchslos, aber trotzdem nicht sonderlich problematisch. Ich hatte den Outdoor-Wanderführer von Michael Hennemann dabei und ich musste mehrfach furten, wo unter normalen Bedingungen die Querungen nicht mal ne Erwähnung wert waren. Am schlimmsten und im Grunde schon traumatisch war für mich die Querung irgendeines namenlosen Flüsschens zwischen Id Persättern und Röskosen nach der schlimmsten Regennacht, das so reißend und so tief war, dass ich meine Hündin rüberwerfen musste und selbst bis zum Bauch furtend fast mitgerissen worden wäre. Und ja, das war eine absolut fahrlässige Aktion. Im Nachhinein muss man da eigentlich umkehren und abwarten. Aber hinter mir lagen mehrere Sümpfe, die auch kein Spaß waren. Ab da an bin ich jede Nacht mit Sorgen ins Bett und morgens mit Sorgen raus, das könne noch mal vorkommen, da diese Stelle weder Im Führer erwähnt wurde noch bei den Berichten, die ich vorher gelesen habe. Mysteriös ist, dass auf Maps an der Stelle eine Brücke zu sehen ist, die einfach nicht da war. Abseits dieses kleinen "Dramas" waren die Wege häufig selbst kleine Bäche und ich war oft gezwungen am Rand auf der Vegetation zu laufen, was heftige Verdrehungen im Fußgelenk nach sich zog, sodass meine Achillessehnen ab dem 2. Tag schmerzten. Ab der Mitte der Tour waren die Sehnen spürbar geschwollen und ab Mitte der 2. Woche meine Knöchel davon geschwollen. Die letzten 2 Tage gingen nur mit Schmerzmitteln und bei Ankunft in Sälen war besonders der linke Knöchel faustgroß geschwollen und ich hab 3 Tage gebraucht, um zum Supermarkt laufen zu können. Ich hab 1 einziges Mal das Tarp genutzt, weil am Helags alle Zimmer mit Hund ausgebucht waren. Sonst musste ich aufgrund der Bedingungen erlaubt oder weniger erlaubt auf Hütten ausweichen. In der 1. Woche war eh alles überflutet oder arg widrig und am Ende war ich auch einfach mental durch und brauchte Wände, wenn ich schon völlig durchnässt war. Übrigens gab es zu dem Regen sehr häufig Orkanwinde, sodass ich mehrfach drohte, von den Planken geweht zu werden, kein Witz. Hund Wer in den wenigen Fjällstationen, die Hunde erlauben, übernachten möchte, muss zeitig buchen. Das kann sich aber gerade beim Thru-hike schwierig gestalten, denn wann ist man da? Ich habe meine Hündin meist frei laufen lassen. Nicht nur aus Bequemlichkeit, sondern auch wegen der Bedingungen, denn auf rutschigen Blockfeldern, beim Furten oder bei den schwierigen Wegen, waren meine und ihre Ideallinie sehr unterschiedlich. Grad wenn ich springen musste, war das mit ihr nicht machbar. Das Verletzungsrisiko war beidseitig einfach zu hoch. Allerdings sollte man den Teil mit den Rentieren ernstnehmen (Grob Grövelsjön bis Gamle Sylan). Man sieht wirklich viele Rentiere! Und sie tauchen gerne auch einfach mal nach dem nächsten Hügelchen auf, weswegen das Anleingebot absolut einzuhalten ist. Ankunft Storlien: Ich hab irgendwie kein Tor oder Schild für den Kungsleden in Storvallen gesehen, wo der Weg offiziell endet/anfängt. Die Weiterführung nach Storlien ist ziemlich unproblematisch. Man muss zwar ein Stück Landstraße laufen, aber das ist zum Glück nicht lang. Als Unterkunft zum Ausruhen ist unbedingt das Le Ski zu empfehlen. Ein Etablissement, dass es schon seit dem 19. Jh. geben soll, meine ich. Jedenfalls innen urig und in unkitschigem Western-Style bietet es leckeres Essen und Unterkünfte zu schwedisch günstigen Preisen. Mit das Beste: gleich gegenüber gibt es für die Norweger einen riesigen Süßigkeitenshop mit Toblerone-Tafeln in Kleinkindergröße. Bestens, um Kalorien nachzuholen. In längerer Fußweite gibt es auch noch ein Einkaufszentrum. Fazit: Die Wanderung bestand nur aus wenigen Genussmomenten. Das, was üblicherweisen am Härtesten genannt wird - das Rogengebiet - fand ich am angenehmsten, denn wo Geröll- und Blockfelder sind, da kann man nicht bis zum Knie einsinken. Ich hab Sümpfe, Moorlöcher, Pfützen, Bäche, Flüsse etc. in allen durchnässenden Varianten und auch in allen Winkellagen erlebt. Wirklich erstaunlich wie es in einem Steilhang sumpfig sein kann. Nur 1 Tag länger ist an sich ne gute Sache, aber ich wünsche jedem bessere Bedingungen, um besser bei 15-20 km zu bleiben. Ich bin 2x bei 13 km gelandet und bin 3x über 30 km gewandert. Grad letzteres ist einfach nicht zu empfehlen, wenn man das vermeiden kann. Erst mal, um die Natur zu genießen, und dann weil es einfach auslaugend ist und das Geläuf das nicht wirklich hergibt. Ich habe die Tour hauptsächlich durch die Kapuze erlebt. Ich habe auf den meisten Fjällebenen keine Aussicht gehabt und hatte immerhin das Glück, das Helags-Massiv und die Sicht auf den Rogen ungetrübt erlebt zu haben. Meine Hündin, die erst 2 Monate zuvor wegen Krebs operiert worden war, hat die Tour bestens überstanden und hat bei der furchtbaren Flussüberquerung mir bewundernswert vertraut. Das ist mit das Schönste, das ich von der Tour mitnehme. Aber auch die netten Begegnungen mit den Schweden auf dem Weg und in den Orten. Auch wenn ich sehr wenig Menschen getroffen habe, waren einige Deutsche darunter, und tatsächlich kennen die meisten Schweden den Südlichen Kundsleden nicht. Selbst wenn man sie auf ihm trifft. Eigentlich wünsche ich nur, dass niemand ebenfalls diese Bedingungen auf dem Südlichen Kungsleden hat. Letztlich habe ich es geschafft und habe ich mich unterwegs nicht verletzt, was ein halbes Wunder ist. Impressionen: Noch frohgemut und bei bestem Wetter. Eine der wenigen Fjällaussichten. Das macht den völlig falschen Eindruck von der Tour. Was so idyllisch aussieht, war unangenehm und windig. Ein wenig Herbstimpressionen. Der Indian Summer war zwar irgendwie da, aber vom Regen auch irgendwie weggewaschen. Ein Schönwettereindruck vom Mittelteil der Tour. Um Flötningen rum gibt es viel Schotterpiste, die eigentlich doof ist, aber im meinem Falle höchst willkommen war, denn man konnte ausnahmsweise den Kopf beim Wandern ausschalten und Strecke machen.
  14. 1. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Hosen für mich das schwierigste Ausrüstungsteil waren. Ich hab viel Geld ausgegeben und hab bestimmt ein Dutzend Hosen, die ich alle für irgendwas nutze. Imho muss man da einfach selbst rumprobieren. DEN Tipp halte ich für unmöglich, weil eben auch viel von der Passform abhängt und da gibt es so viel Meinungen wie Sterne. 2. Es gibt ja nicht DIE Softshell-Hose. Schwere Softshell mit Flausch innen, Leichte Softshell, die schnell trocknet und etc. Ich benutze stets leichte Softshell-Hosen bzw. Hybride. Schnell trocknend, leicht, krempelbar und winddicht. Schwerere Softshells benutze ich nur im Alltag oder im kalten Winter, aber da bin ich nicht wirklich auf Tour. 3. Ich hab mit der Fjällräven Rohua Pants eine einzige Zip-off, die für Touren in Frage kommt. Aber ich präferiere Hosen, die man krempeln kann, da muss man nicht die Beine abnehmen und verstauen. Geht auch schneller. 4. Ich habe lange die Lundhags Makke Pants getragen. Eine Top-Hose, die mit viel Lüftungsmöglichkeiten sehr variabel ist. Allerdings ist diese absurd teuer. Ich hab sie von Lundhags geschenkt bekommen, sonst wäre ich nie auf die Idee gekommen, diese zu probieren. Aber sie passt und performt fast perfekt. Ich hab mir eine aktuelle Norröna Fjora Pants eigentlich fürs Radeln gebraucht besorgt. Die hat die Makke abgelöst. Ist etwas leichter und performt genau so gut. Ich bin immer auf Mädels (mittlerweile auch Jungs) mit ihren Leggings neidisch. Ich find das so schön simpel, aber ich hab da noch keinen Zugang dazu gefunden. Aber von Prinzip her eine schöne Lösung.
  15. Ich hab mir die 60-l-Variante in meinem alten Laden in Berlin angeschaut und so desaströs sehe ich den Padje nicht. Z. B. finde ich die Hüftgurtschnalle richtig gut. Endlich mal kein Steckverschluss. Find ich nämlich viel leichter wieder einzuhängen. Dieses "das können andere besser" stimmt zudem so nicht ganz, wenn man den Preis mit einbezieht. Produkte, die teils doppelt so teuer sind, sehe ich nicht als vernünftige Alternative an. Betrachtet man dann das Angebot zu Rucksäcken zwischen 1 und 1,5 kg bei rund 60 l zu unter 300 Euro sieht das Angebot ziemlich dünn aus. Exped Lightning, Osprey Exos, Bergans Helium sind die prominentesten Vertreter. Wenn man dann noch eine Traglast jenseits 20 kg möchte, ist der Lightning doch ziemlich einsam. Um so gespannter war ich auf den Padje Light, da ich gerne vom Lightning im 60-l-Bereich umsatteln mag. Im Fazit schließe ich mich soweit Khyal an, dass der Padje Light nichts Halbes, nichts Ganzes ist. Inwiefern? Im Video steht dem Lundhags-Menschen eine Thru-Hikerin zur Seite, die quasi am Padje Light beurteilt, was eben so Thru-hike-mäßig ist, aber eben auf skandinavische Verhältnisse zugeschnitten. Der Haken ist nur, dass der Padje, unverständlicherweise nur zum Teil in die Richtung gedacht wurde: er hat 3 große Meshtaschen, hat eine Rolltop-Öffnung, dünnes Außenmaterial und einen minimalistischen Rahmen. Was hat er nicht? Meshtaschen auf den Schultergurten und auf den Hüftflügeln. Mir ist das ein Rästel, warum nicht einer der etablierten Hersteller einfach das normale UL-Konzept (Einkammer, Rolltop, 7 Meshtaschen) mit leichtem Rahmen kombiniert und damit eine nützliche, preisgünstige und solide Rucksackalternative im Bereich über knapp 1 kg anbietet. Bach hat mit dem Molecule auch so eine halbherzige "UL"-Variante im Programm. Am ehesten realisiert noch der Exos von Osprey das Konzept, aber da hat mich der Hüftgurt nicht überzeugt und er fühlt sich nach "zu viel" an, ist also nicht konsequent abgespeckt. Zum Padje: Contra: - Thema Meshtaschen: die Seitentaschen sind riesig, aber nur rechts nach vorne hin offen, das heißt, die linke ist beim Tragen nicht nutzbar. Ob aus der rechten Flaschenöffnung nun gleich alle Teile rausfallen bezweifel ich, daher finde ich es blöd, dass das nur rechts ist. Der Exos von Osprey hat das auch beidseitig. Diese großen, langen Meshtaschen haben mir auch nie gefehlt. Ich finde breite, großvolumige Seitentaschen, die beim Tragen bedienbar sind, wie man sie von Exped (Expedition 80, Lightning), Liteway (Elementum, Biggie), Hyberg (Attila) und so weiter kennt, um einiges nützlicher. Mehr als eine 1,5-l-PET sollte bei dem Rucksackvolumen schon nebeneinander passen, mein ich. Dazu fehlen Meshtaschen auf Schulturgurten und dem Hüftgurt. In der Grundversion also wird ein wesentlicher Aspekt der UL-Bauweise nicht bedient: sich beim Tragen organisieren zu können. Lundhags hat 2 nicht ganz so überzeugende Lösungen zu bieten. Zum einen gibt es mitglieferte Straps, um an den Schultergurten Flaschen mit Ring (also PET-Flaschen) zu befestigen. Find ich ne pfiffige Idee, aber das ist eben auch nur für Flaschen zu nutzen. Ne Meshtasche lässt einem die Freiheit, was man damit machen mag. Die zweite Lösung sind optionale Hüftgurttaschen, die allerdings kaum bis gar nicht zu bekommen sind und wohl um die 40 Euro kosten und auch noch Gramm hinzufügen. Damit verliert der Padje jedenfalls deutlich an Preisvorsprung. Wie die befestigt sind, ist mir ein Rästel, vermutlich einfach mit Schlaufen um den Hüftgurt. Jedenfalls scheint mir das auch nicht zu leicht sein, andere zu befestigen. Der Padje bleibt hier ein Fragezeichen. Omm GoPods sind imho aber leicht an den Schultergurten nachzurüsten. - möglicherweise sollen die großen, langen Meshtaschen Befestigungsmöglichkeiten ersetzen, denn davon gibt es tendenziell zu wenig. Im Grunde bleibt nur die Riemenkonstruktion auf dem Top oder die dünnen seitlichen Kompressionsriemen (die ich im übrigen nicht falsch positioniert finde, ist halt nutzerabhängig). Ich mach meine Matte lieber unter den Rucksack und hab lieber nix über dem Rolltop, um schneller an den Inhalt zu kommen (es gibt aber unten Schlaufen fürs Nachrüsten). - Das Tragesystem ist vom Prinzip her ähnlich wie das vom Lightning, d. h. es gib ein Schulterpolster, wovon die Schulteriemen abgehen und es gibt einen Hüftgurt hinter einem kräftigen Polster im Kreuz, dazwischen nix. Find ich an sich super, nur ist das Polster überdimensioniert und ist damit zur Hälfte ein sinnloser Schwamm. Pro: + bequem zu tragen. Gerade im Vergleich zum aktuellen Lightning, dessen Schulterpolster ich störend hart finde, ist der Padje viel kofmortabler. Anderseits fand ich den Padje dann um die 20 kg auch an seinen Grenzen, wo der Lighntning noch performt. + den Metallhaken am Hüftgurt find ich richtig gut! Endlich mal nicht diese Steck-Fummelei. Ich konnte zum Beispiel auch eingestellt den Hüftgurt besser schließen. Zudem kann man darauf rumtrampeln, wie man mag, ohne einen Bruch zu befürchten. Großartig! Ich meine auch, dass er weniger gedrückt hat. + er ist schnörkellos. Ich finde den Rucksack stimmig - wenn man ihn nicht unter UL-Aspekten bewertet. Im Prinzip besteht er aus Hauptfach mit viel Mesh-Stauraum und ein paar Anpassungsmöglichkeiten. + Preis-Gewicht-Volumen-Verhältnis: auch wenn die Meshtaschen "gewöhnungsbedürftig" sein mögen, ist der Padje Light 60 am Ende ein recht variabler Rucksack zu einem vernünftigen Preis bei niedrigerem Gewicht. Er bietet 60 l + 14 l durch die Meshtaschen bei 1,1 kg und trägt bis etwa 20 kg ganz okay. Das ist trotz aller Mäkeleien nicht zu verachten. Neutral: o ob Stoff oder Nähte auf die 20 kg ausgelegt sind, halte ich erst mal für spekulativ. Halten sie bei der angebenen Nutzung nicht, wäre das ein Rekla-Fall. Der Stoff scheint robuster als ich dachte, wirkt aber etwas dünner als beim Lightning. o dass der Rucksack nicht getapet und nicht dicht ist, ist kein Argument in der Preisklasse - das gibt es auch nicht woanders. o hat man z. B. mit Omm GoPod oder womöglich passenden Hüfttaschen Add-ons daheim, dann ist der Padje mit 1,1 kg noch leicht genug, um trotz Add-ons unter dem Ligntning zu bleiben und an die Nützlchkeit eines richigen UL-Rucksacks zu kommen. Fazit: Unter UL-Maßstäben konzeptionell nicht konsequent genug, aber abseits davon stimmiger Rucksack mit einiger Variabilität. Auch wenn der Padje einige "Eigenheiten" aufweist, stellt er erst mal eine leichte Rahmen-Alternative dar, die einen Blick wert ist. Persönlich: Ich kann nicht ausschließen, dass der Rucksack im Ausverkauf bis 200,- für mich verlockend wird. Ich seh einfach keine Alternativen. Dass ich von Lightning umsattel hat mit den fehlenden Meshtaschen zu tun, und dass sich grad die Stange durchreibt (altes Modell, biete ich demnächst zum Schnäppchen-Preis für Neugierige oder Bastler an).
  16. Ich hatte im Herbst/Winter, wenn die Tage kürzer werden, bisher kein wirkliches Ausfüll-Problem. Reizt man die Helligkeit aus, kann man trotzdem ordentlich Strecke machen und - tataa -, wenn es kalt wird und so, dann laugt man auch anders/schneller aus. Also bin ich meist abends dann auch richtig müde. Oftmals hab ich sogar Probleme noch das Abendessen und den Abwasch geschmach zu erledigen, denn - wie Mochilero sagte - man ist dann endlich im warmen Nacht-Setup und das ermüdet, find ich, flott. Mediales mag ich auf Wanderung i. d. R. nicht. Aber wenn, dann ein Hörspiel a la Professor van Dusen. Hörbücher machen mich irre und Serien und so gehen für mich in der Natur gar nicht.😅 Bei Empfang lese ich dann gerne Wikipedia-Artikel zur Gegend und Umgebung und hab damit mehr Tuchfühlung zur Wanderung. Auch wenn mal nix tun der beste Tipp ist, kenn ich auch die abendliche Lager-Langeweile. Draußen kalt, innen sieht man nix und alles ist geordnet. Hm, was nun?
  17. Ich hab auch einen Regenmantel (Myog). Allerdings wird sie auch von unten nass. Um sie halbwegs trocken zu bekommen, benutze ich ein Cocoon Microfiber Terry Towel. Ist saugfähiger als die normalen Outdoor-Handtücher. Darauf lege ich sie ab und sie wird automatisch trocken(er). Wenn es nicht regnet, dient es auch als Decke. Blöd ist nur, wenn es für sie zu kalt ist und sie in den Quilt mit rein muss. Hab ich bisher immer gewuppt bekommen. Im Zweifel nehme ich noch ein zweites Handtuch mit. Das Fell von nem Cattle ist aber auch eher kurz, trocknet ziemlich schnell und ist outdoormäßig schon ziemlich praktisch, außer bei der Isolation (Komfort nur bis so ca. 5 Grad).
  18. Da fällt mir ein, dass mir durch die Erfahrung mit den wasserdichten Socken noch ein Einsatzzweck eingefallen ist: Statt GTX-Stiefel- UND Lederstiefel nur Lederstiefel besitzen und dann wasserdichte Socken als Add-on. Somit spart man sich immens viel Geld und benutzt das eine Paar ausgiebiger. Ich ärger mich richtig, dass ich die Erfahrung jetzt erst mache und 2 Lowa Camino rumzustehen habe, die ich nur ab und zu nutze. Gilt natürlich auch für alles andere neben Stiefeln. Der weitere Vorteil der Kombi: ich hab ehrlich gesagt, noch keine Tour gehabt, bei der ich durchgehend GTX-Stiefel gebraucht hätte. Dennoch hab ich mehrmals "auf Verdacht" oder zur Sicherheit die GTX-Teile genommen. Auf dem Höga Kustenleden z. B. Im Nachhinein unsinnig. Mit wasserdichten Socken kann man dann gut auf den vielleicht 1 Regentag in der Woche oder nasseres Geläuf reagieren - und hat das bessere Fußklima. Die Erkenntnis klingt vielleicht für den ein oder anderen, der schon länger mit Sealskinz und Co. hantiert nicht revolutionär, aber wenn ich überlege, dass man mit klassichen Wanderschuhe eh schon viel Geld ausgibt und dann noch das Sohlen-Abfall-Problem hat (grad bei Wenignutzung) und Pipapo und das somit auf ein Paar beschränken kann, finde ich das ziemlich nice. 🤩
  19. Ein UL-philosophischer Zusatz: UL hat dann beste Chancen, wenn man bereits die Erfahrungen für die Tour hat. Hat man diese nicht, dann ist es, je härter die Tour potenziell ist, sogar geradezu geboten, sich am Planungstisch zu erlauben, davon abzuweichen. Das heißt also, im Zweifel - bitte keine Schnappatmung - mehr einpacken. 😄
  20. Ich hab in 15 Tagen Südlicher Kungsleden jede Kombination ausprobiert und habe mich am Ende selbst bei Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad nass und ohne Sealskinz überraschenderweise wohler gefühlt. Deswegen würde ich dennoch nicht empfehlen, es genau so zu machen. Die Wahrheit ist nämlich auch, dass ich allen Kombinationen jeden Tag ans Ziel gekommen bin und die Tour geschafft habe. Was für Dich funzt, musst Du selbst herausfinden, deswegen finde ich den Tipp "Nimm mal alles mit und teste dann" am sinnvollsten.
  21. Mal provokativ: Je konkreter der Tipp zu dem Thema, desto weniger taugt der. 😉 Ich bin gerade vom Südlichen Kungsleden zurück - und das erste Mal mit Trailrunnern, mehreren Socken und auch mit Sealskinz. Die Tour war nässemäßig ein Alptraum wegen Regenfällen wie die Schweden sie selbst nicht gesehen haben (O-Ton) und ich hatte nur 1 Tag, an dem die Füße nicht wenigstens übern Knöchel im Wasser/Sump/Moor/Kombi-aus-allem standen. Ich hab in 15 Tagen jede Kombination ausprobiert und habe mich selbst bei Temperaturen zwischen nahe 0 Grad und 10 Grad nass und ohne Sealskinz wohler gefühlt. Deswegen würde ich dennoch nicht empfehlen, es genau so zu machen. Das musst jeder selbst herausfinden, deswegen finde ich den Tipp "Nimm mal alles mit und teste dann" am sinnvollsten. Denn wenn was bei dem Thema gar nicht hilft, dann ist es pauschalisieren. Dieses "Mit Trailrunnern geht das alles, muss einem nur egal sein" hilft als Allround-Formel nämlich praktisch gar nicht. Auch wenn da einiges Wahres dran ist, muss man wissen, ob man damit umgehen kann. Denn das kann mental äußerst anstrengend sein, und daher würde ich niemanden mit dem Tipp auf eine Tour schicken wollen. Und es gibt so viele Unwägbarkeiten: WIe lange geht es denn überhaupt? Ist es Sommer, Herbst oder Winter? Gibt es Hütten zum Trocknen? Wie oft soll es regnen? Wie nass ist der Weg? Gibt es Sümpfe? Wie oft muss gefurtet werden? Geht das Wasser über den Schaft von GTX-Stiefeln? In welchem Zustand sind die Füße nach Tag 10? MEINE Erfahrung vom Südlichen Kungsleden war, dass irgendwann alles nass ist. Besonders natürlich wenn man bis zu den Schienbeinen im Wasser steht und es in Strömen regnet. Da erübrigt sich fast die Frage, womit man läuft, außer dass der Sinn von Stiefeln von Funktion und Gewicht her abnimmt. Dass die Sealskinz nicht dichthalten, will ich wie bei den vielen Membran-Verpönungen nicht gelten lassen. Allerdings stimmt es, dass Sealskinz irgendwann innen genau so nass sind, als wenn man sie gar nicht anhätte. Macht für mich auch Sinn, denn wenn eine Membran ohne jegliche Imprägnierung außen nass ist, kann die innen entstehende Feuchtigkeit auch nicht raus. Gerade bei langen Etappen "schwimmt" man also selbst bei kühlen Temperaturen (normalerweise gut für die Atmungsaktivität) in den Socken. Wegen der Atmungsaktivität ist die Membran bei den Socken im nassen Zustand völliger Quatsch, da sie eben nur im trockenen Außenzustand funktionieren kann. Formel: Nasse Socke = Tüte. Warum fand ich dann die Kombi Trailrunner und nur normale Merinosocken besser? Ich hatte das Gefühl, die Nässe hat wenigstens eine Chance rauszukommen, und irgendwie atmet das System. Merkwürdigerweise fand ich diese auch mental viel entspannter. Ich hab es leichter ertragen, wenn die Schuhe und Socken nass wurden als die Schuhe und Selaskinz. Die Sealskinz suggerieren, man könne trocken durch den Tag kommen, und jede Pfütze vereitelt das. Hat mich immens gestresst. Ohne war ich viel lockerer mit den Bedingungen. Ein weiterer Aspekt: die Socken trocknen schneller und besser als Sealskinz. Selbst in einer kleiner Hütte mit Ofen und Saunatemperaturen habe ich die Sealskinz nicht in einer Nacht trocken bekommen. Was nützt unter den Bedingungen am nächsten Tag also die Dichtigkeit? Daher fand ich letzten Endes die schon genannte Strategie "am besten": Socken in den Trailrunnern und die Sealkinz als trockene Lage, wenn man in die nassen Schuhe im Camp muss, weil das ist durchgenässt und durchgefroren echt widerlich. Wenn man morgens allerdings los muss und sich laufend aufwärmt, sind nasse Socken und Schuhe schon nach dem Anziehen verblüffenderweise gar nicht mehr so schlimm. Zumindest bei mir. Die Wahrheit ist aber auch, dass ich mit allen Kombinationen jeden Tag ans Ziel gekommen bin und die Tour geschafft habe. Letztlich ist die Pflege der Füße, wenn es oft bis ständig nass ist, und damit die Füße so oder so meist nass sind, am wichtigsten. Bei Pausen alles Ausziehen und den Füßen Trocknung ermöglichen, wenn machbar, und abends Hirschtalg. Würde ich deswegen jetzt bei jeder Tour ohne Membran rumlaufen? Nein. Kommt auf die Tour an und die Möglichkeiten, das Wasser verlässlich draußen zu halten. Ich bin z. B. den Rennsteig im Herbst nahe 0 Grad und viel Regen nur mit gewachsten Lederstiefeln gewandert - hat auch gefunzt und das mit bestem Fußklima. Würde ich trotzdem nicht jedem so empfehlen. Warum? Weil eben. 😆
  22. Hmm, muss ich zugeben, ich bin nicht so ein Fan von dem Vorhaben. No offense. Ich habe die Welpen- und Junghundzeit meiner Cattle-Dog-Dame damals nahezu komplett auf sie eingestellt. Das hieß die ersten 1,5 Jahre vor allem Grundgehorsam und Ruhe lernen und dann erst darüber hinaus geistig und körperlich hochfahren. Ich frag mich bei so Ausreizungen des Möglichen - die ich zuegegebenermaßen auch gemacht oder mindestens angedacht habe - immer, hat meine Hündin da auch mehr Spaß dran wie ich oder wäre sie im nahen Wald mit mehr Freude dabei. Ich sehe einfach den Benefit für den Hund nicht wirklich, als Welpe im Hunderucksack rumgetragen zu werden. Abgesehen mal davon, wie hier auch richtig angemerkt wurde, dass die Welpenzeit schon daheim und in der einzugewöhnenden Umgebung aufregend genug ist. Dennoch habe ich damals auch hier und da ihre Fähigkeiten überschätzt oder wusste sie nicht gut einzuschätzen. Ich habe dann eine große Umhängetasche genommen und sie da halb reingesetzt und mit den Armen gestützt. Klar geht das nur für kurze Strecken, aber wie gesagt, ich würde lange Strecken mit Welpen erst gar nicht planen. Jedenfalls hat man so immer eine gute Tuchfühlung dazu, wie es dem Hunde so geht. Da ich aber nicht urteilen will, auch was Konstruktives: Ich fänd dann eine Wagenlösung besser. Zumal man damit auch Fahrradanhänger üben kann. Ich benutze mittlerweile den Burley Travoy als Hunde-Fahrrad-Anhänger, auch mit Hinblick auf das höhere Alter meiner Hündin. Denn wenn sie mal eines hoffentlich fernen Tages nicht mehr so kann, kann ich den Anhänger auch als Handwagen nehmen. Auch wenn man mit so einem Wagen, wie er auch prinzipiell vierrädrig bei Kleinkindern gern zum Einsatz kommt, nicht gerade durch die sächsische Schweiz kraxeln kann, ist auf einfacheren Wegen bestimmt gut Strecke zu machen. Auch halbwegs komfortabel für einen Welpen.
  23. Tja dann machst Du mit Anleinen beim Wandern alles richtig. Man darf ja auch nicht vergessen: wandert man in einer unbekannten Gegend, wohin soll der Hund zurückkehren, wenn er der Fährte folgt und plötzlich in völlig unbekannten Terrain die Halter sucht? Da kann man nur an Ort und Stelle warten und hoffen. Oder eben mit PS Tractive und hoffen, der Hund rennt nicht immer weiter. ;)
  24. Erst mal muss man feststellen, WIE der Hund jagt: über Nase, über Sicht und agiert er proaktiv oder reaktiv. Bei meiner Hündin gbt es einen Sichtreflex. Auch klar bei Treibhunden: bricht ein Rind aus, muss es sofort wieder zurückgeholt werden. Das ist der umgezüchtete Jagtrieb. Mit dem "Problem" ist man ganz gut bedient, denn sieht man das Tier zuerst, kann man die Situation handeln und je nach Situation und Setting sowie Erziehungsgrad des Hundes recht risikoarm ableinen. Ein Hund, der aber Fährte aufnimmt und aktiv sucht, ist ne ganz andere Hausnummer. Ich kannte einen Goldie, wenn der von der Leine war und was gerochen hat, dann konnte man nur nach Hause gehen und warten, dass der Hund nach Stunden zurückkam. Also zum Ableinen grundweg unverantwortlich. Wie gehe ich also mit meiner womöglich auf Sicht reagierenden Hündin um? Zum einen beruhigt es, dass ich sie in der Regel abrufen kann. Zudem läuft sie grundsätzlich nur ein paar Meter vor mir und stets auf dem Weg und nicht im Gehölz - ich sehe sie also praktisch immer. Sie reagiert nur und hat eigentlich überhaupt gar kein Interesse an dem Tier selbst. Ansonsten ist es vor allem das Gespür wie Wildtiere vor Ort auftauchen könnten - und das ist in der Regel ziemlich selten. Klar ist aber auch, Richtung Dämmerung sollte man sich nicht mehr darauf verlassen, was man selbst sieht, da dann der Wald aktiv wird. Da merke ich auch, dass sie unruhig wird, und ich leine dann öfter an. Für den Tag ist für eine rechtzeitige Reaktion als Halter auch wichtig, wo man unterwegs ist. Im Wald passiert tagsüber meist nix, aber geht man durch eine Feld- und Wiesenlandschaft sind einige Rehe potenziell unterwegs - auch am hellichten Tag. Da gilt es verstärkt aufzupassen. Ist mir das zu unübersichtlich und zu anstrengend, wird sie angeleint. Im Herbst können gerade im Wald jede Menge Wildschweine mit Frischlingen unterwegs sein. Da vermeide ich bestimmte Waldzonen und halte mich lieber in offenen Gegenden auf, wenn ich die Wahl hab. Das muss man alles gut abwägen und kann man schlecht pauschal beantworten. Aus den wenigen Malen, wo meine doch gerannt ist, weil ich was nicht gesehen hab, weiß ich, dass sie nach ein paar Sekunden abdreht, weil sie das Tier nicht bekommt. Ob Hase oder Reh, die Tiere haben mehr Vorsprung und sind schneller - und rennen ja wegen mir und nicht wegen des Hundes. Selbst bei der besten Erziehung und pipapo würde ich den Hund jedoch nicht ableinen, wenn die Chance bestünde, der Hund bekommt das Wildtier. Letztlich ist Ableinen kein Selbstläufer und bedeutet die duchgängige Wahrnehmung von Veranwortung. Das muss jeder dann selbst entscheiden, wie entspannt dann noch die Wanderung ist.
  25. Nö, gleiche Meinung. Ab Daun bis Trier ist am schönsten gewesen. Es gibt definitiv schöne Seiten, aber für den Aufwand - also Höhenmeter und die Strecke - ist die Angelegenheit vorher etwas unspannend.
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